Als der SWR heute (20.03.26) bekanntgab, dass „Immer wieder sonntags“ nach 30 Jahren nach dieser Saison abgesetzt wird, war der Schock groß… ein Beben in der Schlagerbranche… eine Nachricht, die auch uns erschütterte. Was bedeutet das Aus für den Schlager und gerade für junge Künstler? Und was zeichnet diese Nachricht für ein Bild? Ein Kommentar unseres Chefredakteurs Kevin Drewes…
„Immer wieder sonntags“-Aus trifft mitten ins Schlagerherz
Deutschland geht es nicht gut – sowohl dem Staat, den Bürgern als auch den öffentlich-rechtlichen Sendern. Die Kosten steigen, für den Bürger bleibt immer weniger im eigenen Geldbeutel… und die Sender ergreifen immer mehr Sparmaßnahmen. Doch das nun sogar eine Kultsendung wie „Immer wieder sonntags“ abgesetzt wird, das hätte wohl keiner erwartet.
Bereits in den letzten Jahren wurden sämtliche, für den MDR produzierten Formate von Florian Silbereisen gestrichen, Formate wie die „Ross Antony Show“, „Die Schlager des Monats“ oder auch jüngst „Die Schlagerhitparade“ sind ebenfalls Geschichte… eine Schlagershow nach der anderen traf in den letzten Monaten der Sparkurs der Sender… und damit gab es für die Gebührenzahler immer weniger Programm, was gerade den Schlagerfans natürlich sauer aufstieß – das zeigt sich auch deutlich in den zahlreichen Nachrichten unserer treuen Leser. Und nun auch noch das Aus für „Immer wieder sonntags“ – eine der letzten großen Schlagershows, eine Kultsendung, die eigentlich nicht wegzudenken ist. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler betont in einem Statement, dass man keine Wahl hatte. Sein O-Ton: „Die Einstellung von ‚Immer wieder sonntags‘ ist eine schmerzhafte Entscheidung, die wir sehr sorgfältig abgewogen haben und die uns angesichts des großen Erfolgs nicht leichtfällt. Die wirtschaftliche Situation des SWR lässt uns aber keine andere Wahl.“
Warum setzt man eine – gerade im vergangenen Jahr – so erfolgreiche Show ab?
Man setzt also ein Erfolgsformat ab, das im vergangenen Jahr besonders erfolgreich war – da kann man nur mit dem Kopfschütteln! „Die bisher für „Immer wieder sonntags“ eingesetzten Mittel sollen teilweise eingespart und teilweise in die Entwicklung neuer digitaler Unterhaltungsformate investiert werden“, heißt es. Das ist schwer zu verdauen und leider auch – das muss man so sagen – ein Schlag ins Gesicht für alle Schlagerfans, die die Sendung Jahr für Jahr schauten. Die Künstler trifft es dabei noch viel härter…
„Immer wieder sonntags“ war die letzte große Plattform für viele Stars
„Immer wieder sonntags“ ist für sehr viele Schlagersänger die letzte Plattform im TV. Gerade für die Stars, die bei den Feste-Shows oder bei der „Giovanni Zarrella Show“ nicht reinkommen. Laura Wilde, Mitch Keller, Anni Perka, Anita Hofmann, Marc Pircher, Norman Langen, Die jungen Zillertaler… die Liste der Stars, die Stammgäste bei „Immer wieder sonntags“ waren, ist sehr lang. Zudem war die Sendung von Stefan Mross auch für volkstümlichere Acts neben dem „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ die letzte Plattform im deutschen TV – da gibt es ja aber noch zum Glück die Musi-Reihe, die der MDR neben dem ORF2 auch 2026 zeigt.
Doch für junge Künstler und unbekanntere Künstler ist es noch dramatischer: „Immer wieder sonntags“ gab genau diesem Kreis von Musikern durch die Sommerhitparade die letzte große Plattform im Fernsehen. Viele starteten nach ihrer Teilnahme dort durch. Und nun? Sie trifft es sehr, sehr hart. Wie sollen junge Künstler denn noch den Durchbruch schaffen? Und wie sollen ihre Songs überhaupt noch bekannt werden?
Stefan Mross verliert seine Sendung
Und auch für Moderator Stefan Mross, einer der letzten großen Entertainer im Schlager, ist das brutal. Er verliert die Sendung, die er seit Jahrzehnten moderierte, man nimmt ihm seine größte Plattform, was ein harter Einschnitt ist. Das tut uns persönlich extrem leid für Stefan, der den Schlager liebt und lebt… und durch jede Folge mit Herz führte.
„Immer wieder sonntags“-Aus hat fatale Folgen für die Schlagerbranche
Kurzgesagt: Das „Immer wieder sonntags“-Aus hat fatale Folgen für die Schlagerbranche, da die Show eine der letzten großen Plattformen darstellte – gerade in Sachen LIVE-TV. Zudem lässt das Aus mit großer Besorgnis in die Zukunft schauen – wenn selbst ein Format wie „Immer wieder sonntags“ eingestampft wird, was kommt da nun noch? Ob der SWR jetzt wirklich keine Wahl hatte, sei dahingestellt. Es hätte gewiss andere Lösungen geben können – und wie sich deutlich in den Kommentaren auf unserem Instagram-Posting zur ersten Meldung zeigt, ist das Echo, mit welchem wir völlig konform sind, deutlich: Warum muss ausgerechnet „Immer wieder sonntags“ den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen? Man raubt einer ganzen Zielgruppe eine Unterhaltungssendung… und schadet gerade Künstlern, die nicht in den Samstagabendshows stattfinden, sehr. Wir bedauern die Entscheidung des SWR sehr und können und können sie auch definitiv nicht nachvollziehen. Ein dunkler Tag für den Schlager… der für uns Kulturgut ist!




