Protest beim Branchentreffen am Vorabend des Wettbewerbs Stauferkrone! Nachfolgend die uns zugesandte, ausführliche Pressemitteilung der Verantwortlichen des angesehen Wettbewerbs… die sich deutlich zum Aus von „Immer wieder sonntags“ äußern!
Donzdorf. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk darf sich vom deutschsprachigen Schlager nicht verabschieden. Einhellig sprachen sich die rund 80 Musikschaffenden bei einem Branchentreffen im Vorfeld des internationalen Schlager-Contests Stauferkrone in Donzdorf (Kreis Göppingen, Baden-Württemberg) dafür aus, die ARD-Show „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross nicht abzusetzen.
Unterhaltungssendungen mit Schlager und volkstümlicher Musik hätten auch im Gebühren finanzierten Rundfunk ihre Berechtigung, so Interpreten, Komponisten, Textdichter und Produzenten. Immerhin belegten Umfragen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung diese Musikart liebt. Schon die Änderung der Klangfarbe beim Sender SWR 4 im vergangenen Jahr hätte unter Schlagerfreunden große Empörung ausgelöst.
Die Einstellung von „Immer wieder sonntags“ sei mehr als nur das Ende einer Fernsehsendung, sie sei ein schwerer Verlust für die gesamte deutschsprachige Schlagerbranche, erklärte Rüdiger Gramsch, der seit mehr als zehn Jahren mit dem von ihm organisierten Wettbewerb Stauferkrone versucht, dem Schlager eine große Bühne zu geben. Seit über zwei Jahrzehnten habe die von Stefan Mross präsentierte TV-Show Künstlern eine einzigartige Plattform geboten, um ihre Musik einem breiten Publikum zu präsentieren. Gerade für Nachwuchstalente, regionale Musiker und etablierte Schlagerstars ohne große Streamingpräsenz sei diese Bühne unverzichtbar gewesen, so Gramsch weiter und verwies darauf, dass auch die meisten Gewinner der Stauferkrone in der Show einen Auftritt gehabt hätten.
Die Teilnehmer des genreübergreifenden Musikertreffens weisen in ihrem Protest darauf hin, dass ohne Formate wie „Immer wieder sonntags“ der Branche es an Sichtbarkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen fehle. Zudem sei der Schlager ein wichtiger Teil deutschsprachiger Musikkultur. Ihm werde immer weniger Raum gegeben und drohe aus dem Mainstream verdrängt zu werden. Schlagerkünstler würden zunehmend ihre klassischen Auftrittsmöglichkeiten verlieren.
Deshalb forderten die Teilnehmer den federführenden SWR, aber auch die Spitze der ARD auf, die Sendung „Immer wieder sonntags“ weiterzuentwickeln statt ersatzlos zu streichen. Zudem fordern sie in dem Protest an SWR-Intendant Kai Gniffke neue TV-Formate für Schlager und Volksmusik und eine stärkere Förderung von Live-Auftritten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Die Übertragung der Stauferkrone wäre ein erster Schritt, um Nachwuchskünstler in der Branche zu unterstützen. An die Entscheider appellierten die Schlagerfreunde bei ihrem Treffen, diese TV-Bühne nicht verschwinden zu lassen.
Großes Verständnis für den Ärger der Schlagerbranche hatte Peter Seiler. Der Landesvorsitzende des Komponistenverbandes Baden-Württemberg (Mannheim) und Mitglied im SWR-Rundfunkrat betonte, dass aus dem Gremium die Entscheidung schon massiv kritisiert worden sei. Letztlich bestimme die Redaktion über die Zukunft der Sendung. Auf die habe der Rundfunkrat keine Einflussmöglichkeit.
Das Branchentreffen für Musikschaffende findet traditionell am Vorabend des internationalen Schlager-Contests Stauferkrone statt. Neben den Interpreten des Wettbewerbs nehmen daran auch Komponisten, Textdichter, Produzenten, Musiker, Labelinhaber sowie Verbandsfunktionäre teil. Das Finale der Stauferkrone bestritten in diesem Jahr 15 Interpreten aus vier Ländern. Stargast war Stefanie Hertel. Unterstützt wird der Wettbewerb von Komponisten- und Textdichterverband, sowie der Gema. Ausrichter ist die Göppinger Medienagentur Maitis-Media, künstlerischer Leiter ist der Komponist und Musiker Hayo Well. Weitere Infos zur Stauferkrone unter www.stauferkrone.de




