Der SWR und die ARD-Verantwortlichen halten trotz zahlreicher Proteste an ihrer Entscheidung fest, die Fernsehshow „Immer wieder sonntags“ mit Stefan Mross nach der Saison 2026 einzustellen. Dies machte SWR-Intendant Kai Gniffke in einem Schreiben an den Veranstalter des Schlagerwettbewerbs Stauferkrone in Donzdorf deutlich. Dort hatten gut 80 Musikschaffende bei ihrem Branchentreffen am Vorabend des Wettbewerbs in einer Resolution für den Erhalt der beliebten TV-Show votiert.
Gniffke führt vor allem wirtschaftliche Gründe des SWR für das Aus der Sendung an. „Mit Blick auf die Generationengerechtigkeit in unserem Angebotsportfolio müssen wir auch Entscheidungen treffen, die Menschen enttäuschen“, so Gniffke. Dies sei die Schattenseite von Veränderungen, die wegen des sich rasant verändernden Mediennutzungsverhaltens sowie der Kostensteigerungen notwendig seien. „Neues zu gestalten und alles Bestehende zu erhalten ist bei Kaufkraftverlust und gleichbleibenden Mitteln leider nicht möglich“, so der Intendant in seinem Schreiben. Er verweist darauf, dass sich der SWR seit 2019 in einem strategischen Transformationsprozess befinde. Der Sender müsse jährlich 70 Millionen Euro einsparen, was Einschnitte in Infrastruktur, Verwaltung und auch im linearen Programm erfordere.
Die bisherigen Einschnitte im Programm reichten nicht mehr aus. „Jede Entscheidung, sich von Angeboten zu trennen, führe bei Menschen, die sie lieben, zu Unverständnis und großer Unzufriedenheit.“ Das Ende von „Immer wieder sonntags sei eine bewusste programmstrategische Entscheidung, der der SWR sorgfältig abgewogen habe und die nicht leichtfalle. In diesem Zusammenhang verweist Gniffke auf die Angebote von „Schlagerspaß mit Andy Borg“ im SWR-Fernsehen, den Sendungen mit Florian Silbereisen in der ARD und den vom SWR produzierten digitalen Angeboten der „ARD-Schlagerwelt“, die erhalten blieben.
Die Musikschaffenden hatten in ihrer Donzdorfer Resolution nicht nur den Erhalt und die Weiterentwicklung der Sendung „Immer wieder Sonntag“ gefordert – hier waren nahezu alle Gewinner der Stauferkrone aufgetreten -, sondern hatten sich auch für neue Formate im Bereich Schlager- und Volksmusik, für eine stärkere Förderung von Live-Auftritten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und für eine Unterstützung von Nachwuchskünstlern in der Branche stark gemacht.
Angesichts der Antwort von SWR-Intendant Kai Gniffke zeigt sich der Veranstalter der Stauferkrone, Rüdiger Gramsch, von der Agentur Maitis-Media in Göppingen alles andere als zufrieden und äußerst Zweifel an den von SWR genannten finanziellen Gründen. Die Sendung sei, dank Unterstützung durch den Europa-Park, für den SWR eine sehr günstige Produktion. Gramsch vermutet vielmehr, dass der Schlager in den Redaktionsstuben des SWR keine Lobby hat. Dies sei schon beim Wechsel der Klangfarbe im SWR4-Hörfunkprogramm im vergangenen Jahr deutlich geworden. „Da muss man sich in Stuttgart nicht wundern, wenn die Hörer zu den privaten Schlagerradio-Programmen abwandern.“
Hintergrund
Die von der Göppinger Agentur Maitis-Media seit 2015 organisierte Stauferkrone gilt als der größte internationale deutschsprachige Schlagerwettbewerb und wird alle zwei Jahre ausgerichtet. Am Vorabend des Contests findet jeweils ein Treffen der Musikbranche statt, zu dem neben Interpreten auch Komponisten, Textdichter, Produzenten und Label-Inhaber kommen. Beim Treffen zur Stauferkrone im April 2026 waren das zuvor bekannt gewordene Aus der Sendung „Inmer wieder sonntags“ und die mangelnde Präsenz des deutschsprachigen Schlagers im öffentlich-rechtlichen Rundfunk thematisiert worden.
Verwendete Quellen: Pressemitteilung



