Das kommt überraschend! Nach Gil Ofarims Aussagen im Dschungelcamp zum Davidstern-Skandal, äußerte sich jetzt der Hotelmitarbeiter. Und das deutlich!
Mehr als vier Jahre nach den Vorwürfen von Gil Ofarim äußert sich der frühere Hotelmitarbeiter Markus W. erstmals öffentlich. In einem Interview mit der ZEIT schildert der heute 37-Jährige seine Sicht auf den Vorfall im Oktober 2021 im „The Westin Leipzig“ und die Folgen, die dieser für sein Leben hatte…
Das Dschungelcamp habe er selbst nicht verfolgt, sagt W., dennoch habe er Ofarims Aussagen und die mediale Berichterstattung wahrgenommen. „Das wirkt für mich sehr befremdlich, es ärgert mich massiv, und ich frage mich auch: Ist es denn nie vorbei?“, erklärt er gegenüber der ZEIT. Genau das habe ihn dazu bewogen, nun doch öffentlich zu sprechen.
An den Abend des 4. Oktober 2021 erinnert sich W. nach eigenen Angaben genau. Wegen technischer Probleme hätten mehrere Gäste warten müssen, darunter auch Gil Ofarim. Dieser sei sehr aufgebracht gewesen: „Er war sehr aufgebracht, zeigte mit dem Finger auf mich und pöbelte, was das für ein Scheißladen sei.“ Ofarim habe zudem angekündigt, die Zustände öffentlich zu machen. Daraufhin habe W. entschieden, ihm den Meldeschein abzunehmen und den Check-in zu verweigern.
Nach der Veröffentlichung des Videos mit den Vorwürfen sei das Hotel schnell in einen Ausnahmezustand geraten. „Das gesamte Hotel war sehr schnell in einem Ausnahmezustand. Kollegen weinten.“ Aus Sicherheitsgründen sei er nach Hause geschickt worden, da für denselben Abend eine Demonstration vor dem Hotel angekündigt gewesen sei.
In der Folge habe W. Morddrohungen erhalten und sich über Wochen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Er habe selbst private Feiern gemieden, „aus Angst davor, dass irgendwer ein Foto von mir machen könnte, auf dem ich feiernd oder lachend zu sehen bin“.
Während Ofarim in dieser Zeit Interviews gab, entschied sich W. bewusst zu schweigen…
Juristischer Rat habe ihm nahegelegt, äußerst vorsichtig zu sein. „Beweisen Sie mal, dass etwas nicht stimmt. Dass Sie kein Antisemit sind. Wie macht man so etwas?“, beschreibt er die Situation. Jede öffentliche Äußerung hätte gegen ihn verwendet werden können.
Aussagen Ofarims im Dschungelcamp, er dürfe wegen einer Verschwiegenheitserklärung nicht über den Fall sprechen, weist W. zurück. Einen Schweigedeal habe es nicht gegeben. „Er kann über die Vorgänge in der Lobby sprechen. Das Einzige, was er nicht wiederholen darf, ist die Unwahrheit über mich.“ Konkret gehe es um eine Unterlassungserklärung, die ihm verbiete, weiterhin zu behaupten, er sei wegen einer Davidsternkette aus dem Hotel verwiesen worden.
Auch die von Ofarim geäußerten Zweifel an den Überwachungsvideos machen W. laut ZEIT „fassungslos“. „Weder das Gericht noch der Videogutachter haben die Glaubwürdigkeit der Aufnahmen in Zweifel gezogen – ebenso wenig wie die Aussagen der Zeugen.“
Der erneute öffentliche Auftritt Ofarims hinterlasse bei ihm einen bitteren Eindruck. „Mir geht es nicht gut damit, wie er sich jetzt inszenieren konnte.“ Er habe den Eindruck, dass die öffentliche Wahrnehmung des Falls erneut kippe, obwohl die Staatsanwaltschaft ermittelt habe und Ofarim sich im Verfahren entschuldigt sowie das Video gelöscht habe. Den vor Gericht vereinbarten Schadensersatz von 20.000 Euro habe er nach eigenen Angaben bislang nicht erhalten.
Verwendete Quellen: „ZEIT“



