Sowohl in Wien als auch beim Vorentscheid „Das deutsche Finale“ wird Thorsten Schorn als Kommentar fungieren. Das verleiht dem deutschen Vorentscheid noch mehr Wertigkeit. Kurz vor der Vorentscheid-Show, die am Samstag (28.02.26, 20.15 Uhr) live im Ersten ausgestrahlt wird, sprach Schorn exklusiv mit schlagerpuls.com. Bei welchem der Kandidaten sieht er am meisten Potenzial, Deutschland im Mai vertreten zu können? Und was sagt der Kommentator zu den schwachen Platzierungen der Künstler, die uns beim ESC in den letzten Jahren vertreten haben? Seine Antworten fielen sehr ehrlich aus…
Schlagerpuls.com: Thorsten, du wirst 2026 den ESC-Vorentscheid kommentieren. Wie ist das für dich?
Thorsten Schorn: „Moderieren werden das deutsche Finale Barbara Schöneberger und Hazel Brugger. Die zwei bringen die perfekte Mischung aus Witz und Ernsthaftigkeit mit, wenn es darum geht, wer im Mai vor ganz großem Publikum Deutschland repräsentieren darf. Und damit auch jetzt schon alles so klingt wie beim großen ESC, bin ich als Kommentator dabei. Wenn ich daran zurückdenke, dass ich als Kind in den 80ern beim deutschen Vorentscheid immer schon vorm Fernseher klebte, weil ich das so spannend und bedeutend fand, ist es natürlich besonders toll, nun selbst ein Teil der Show zu sein.“
Schlagerpuls.com: Hast du dich schon mit den Kandidaten beschäftigt? Wie findest du die Mischung?
Thorsten Schorn: „Ich bin begeistert von der musikalischen Vielfalt. Es gibt moderne Pop-Sounds, Indie-Harmonien, gefühlvolle Balladen, energiegeladenen Disco-Pop… da sollte sich jeder seinen eigenen Favoriten herauspicken können. Von mir persönlich gibt’s immer einen extra Punkt, wenn sich jemand an einen deutschsprachigen Song rantraut. Seitdem die Sprachregel aufgehoben ist, die es früher mal beim ESC gab, hat es nur eine Handvoll Gewinnersongs gegeben, die ohne ein Wort Englisch ausgekommen sind. Von daher: Go for it!“
Schlagerpuls.com: Hast du schon einen, wo du das Potential siehst, dass er Deutschland beim ESC würdig vertreten kann?
Thorsten Schorn: „Einen? Alle! Das Zeug, um uns in Wien gut zu vertreten haben sämtliche Acts, bei keinem der neun denke ich „oh je, bitte nicht“. Mir gefällt, dass am Ende das Publikum entscheidet, wen wir zum ESC schicken und mit welchem Beitrag wir uns zeigen.“
Schlagerpuls.com: Was glaubst du, muss ein Künstler mitbringen?
Thorsten Schorn: „Song, Persönlichkeit, Inszenierung – die richtige Mischung macht’s. Ein Erfolgsrezept gibt es nicht, um den ESC zu gewinnen. Erst am Finalabend werden wir wissen, wen in Summe die Jury und das TV-Publikum ganz vorne sehen und auf welchen Song sich letztendlich ganz Europa einigen kann. Da hat es schon oft Überraschungen gegeben.“
Schlagerpuls.com: Was fasziniert dich am ESC?
Thorsten Schorn: „Ich liebe Musik und mag gutes Fernsehen, das kommt hier perfekt zusammen: Der ESC als wirklich einzigartiger Musikwettbewerb, der in einer spektakulären Samstagabendshow endet. Alle Länder, egal ob groß oder klein, haben die gleiche Chance. Das macht es so spannend. Und für unglaublich wertvoll halte ich die Grundidee des ESC aus den 50er Jahren, ein Ereignis zu schaffen, das ganz Europa verbindet und den Kontinent zusammenbringt, um ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln.“
Schlagerpuls.com: Woran glaubst du, liegt es, dass Deutschland in den letzten Jahren fast immer schlecht abschnitt?
Thorsten Schorn: „Wir dürfen das mit der Platzierung nicht immer so verbissen sehen. Auch Lieder, die vielleicht nicht ganz vorne landen, können unheimlich viel Freude bereiten. Nehmen wir „Baller“ von Abor und Tynna im letzten Jahr. Das war in den Top Ten mehrerer europäischer Charts, also ein richtiger Hit, nachdem sie beim ESC Fünfzehnte geworden sind. Und dass wir im Wettbewerb durchaus etwas reißen können, haben Michael Schulte 2018 mit Platz 4 und natürlich Lena mit ihrem Sieg 2010 eindrucksvoll bewiesen.“
Wir danken Thorsten für das sehr schöne und ehrliche Interview… und wünschen ihm viel Freude beim ESC! Es wird spannend, wer Deutschland in Wien im Mai vertritt – übermorgen wissen wir mehr!



