Eigentlich wollte Peter Maffay nach seiner großen Abschiedstournee mehr Ruhe in sein Leben bringen. Mehr Zeit für die Familie, weniger Termine und nicht mehr ständig unterwegs sein. Doch manchmal hält das Leben ganz besondere Überraschungen bereit. Eine davon heißt Johannes Oerding. Die beiden verbindet eine enge Freundschaft – und die gemeinsame Liebe zur Musik. Dass daraus nun sogar ein Album und eine große Tournee entstanden sind, zeigt: Ganz loslassen kann und will Peter Maffay die Bühne offenbar doch nicht. Und das ist gut so…
Im Interview mit der „Abendzeitung München“ spricht Peter Maffay nun offen darüber, warum es mit dem geplanten Rückzug bislang nicht ganz so geklappt hat. „Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, einen Gang zurückzuschalten. Das passiert zwar in gewissem Umfang, aber nicht ganz so wie es von mir erwartet wird“, erklärt der Sänger.
Peter Maffay und die Musik: Eine Liebe, die bleibt
2023 hatte Peter Maffay angekündigt, mit einer letzten großen Tournee durch Deutschland Abschied von den großen Konzertreisen nehmen zu wollen. Die „Farewell“-Tournee führte ihn 2024 noch einmal zu seinen Fans. Danach sollte ein neuer Lebensabschnitt beginnen – mit mehr Zeit für die Menschen, die ihm besonders am Herzen liegen.
Doch der Ruhestand, zumindest im musikalischen Sinne, lässt weiter auf sich warten. Gemeinsam mit seinem Freund Johannes Oerding veröffentlichte Maffay das Album „Nashville“, das direkt in den Charts landete. Und auch die nächste große Tournee steht bereits bevor: Im Frühjahr 2027 wollen die beiden Musiker gemeinsam auf der Bühne stehen. Dass sich die beruflichen Pläne damit erneut gefüllt haben, scheint Maffay durchaus bewusst zu sein. „Wir stecken mittendrin in der Maschinerie“, sagte er der „Abendzeitung München“.
Und doch klingt in seinen Worten keine wirkliche Abschiedsstimmung von der Musik an. Vielmehr wird deutlich, wie tief sie in seinem Leben verwurzelt ist. „Dieses Leben ohne Musik, das wird es bei mir nicht geben. Aber das muss es auch nicht.“
Peter Maffay: Die Familie soll nicht zu kurz kommen
Hinter seinem ursprünglichen Wunsch, kürzerzutreten, steckt ein sehr persönlicher Gedanke. Peter Maffay wollte sich mehr Zeit für seine Familie nehmen. In der Vergangenheit sei das nicht immer so gelungen, wie er es sich gewünscht hätte. Bei einer Pressekonferenz hatte er laut n-tv erklärt: „Mein Zeitmanagement in den vergangenen Jahren war manchmal sehr schlecht. Darunter hat unter anderem die Zeit für meine Familie gelitten. Das ist genau das, was ich in Zukunft vermeiden möchte.“
Worte, die zeigen, dass es ihm bei seinen Plänen nicht allein um weniger Arbeit oder weniger Auftritte ging. Vielmehr geht es um die Frage, wie sich ein Leben, das über Jahrzehnte von Musik, Tourneen und Verpflichtungen geprägt war, künftig anders gestalten lässt.
Peter Maffay: Mit Johannes Oerding entstand etwas Besonderes
Dass Peter Maffay musikalisch weiterhin voller Tatendrang ist, zeigt auch die Zusammenarbeit mit Johannes Oerding. Die Freundschaft der beiden bildet dabei eine besondere Grundlage. Ein gemeinsames Album war zunächst gar nicht geplant. Erst im persönlichen Austausch entdeckten sie, wie viel sie musikalisch verbindet: die Liebe zu Rock ’n’ Roll, Rhythm and Blues, Country-Rock und handgemachter Musik, die Geschichten erzählt.
Aus ersten Demos entwickelte sich schließlich „Nashville“. Das Album entstand im vergangenen Jahr innerhalb von nur fünf Tagen im renommierten Blackbird Studio in Nashville. Elf Songs, zwei Stimmen und eine gemeinsame musikalische Handschrift – beide Künstler sind auf jedem Titel zu hören. Dass aus ihrer Freundschaft und der gemeinsamen Leidenschaft für Musik ein ganzes Album und eine gemeinsame Tournee werden würden, zeigt einmal mehr, wie überraschend sich neue Wege öffnen können.
Vielleicht sieht Peter Maffays Zukunft tatsächlich anders aus als die vergangenen Jahrzehnte. Vielleicht wird manches ruhiger, manches bewusster und die Zeit mit seiner Familie wichtiger denn je. Doch dass die Musik ganz aus seinem Leben verschwindet, scheint für ihn ohnehin nie eine echte Option gewesen zu sein.
Und vielleicht liegt genau darin die schöne Botschaft seiner jüngsten Worte: Man kann sich neue Ziele setzen, Prioritäten verändern und versuchen, das Leben ein wenig anders auszubalancieren. Die Dinge, die einen wirklich ausmachen, müssen deshalb aber nicht verschwinden. Peter Maffay möchte kürzertreten – zumindest ein Stück weit. Doch solange die Musik ihn ruft und gemeinsame Projekte mit einem Freund wie Johannes Oerding neue Möglichkeiten eröffnen, wird es wohl auch weiterhin musikalische Kapitel in seinem Leben geben. Für seine Fans ist das sicherlich eine Nachricht, die sie freuen dürfte.
TIPP: Schon am 31.10.26 gibt Peter Maffay den nächsten gemeinsamen TV-Auftritt mit Johannes Oerding – bei „Klein gegen Groß“ im Ersten. Lest hier mehr dazu.



