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Marc Marshall spricht über seinen „Mr. M’s Jazz Club“ und wünscht sich mehr Zusammenhalt: „Sind immer nur so Blasen“

Marc Marshall spricht über sein „Mr. M’s Jazz Club“ und wünscht sich mehr Zusammenhalt: „Sind immer nur so Blasen“
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© Guido Karp

Vom 12. bis 14.03.26 findet zum bereits 18. Mal Marc Marshalls „Mr. M’s Jazz Club“ statt – erneut mit vielen Acts, die ein sehr buntes und tolles Programm versprechen. Vorab sprach der Künstler exklusiv mit uns über das Event und was das Publikum in diesem Jahr erwartet. Dabei betonte er auch deutlich, was einen Künstler ausmacht – und kristierte dabei auch ehrlich die „Blasen“ wie die Feste-Shows!



Schlagerpuls.com: Marc, dein einzigartes Jazzclub-Event steht wieder vor der Tür. Was erwartet das Publikum in diesem Jahr?

Marc Marshall: „Genau, seit 18 Jahren mache ich das jetzt, seit 2008. Internationale Größen und nationale Stimmen, Musikerinnen und Musiker lade ich für drei Tage nach Baden-Baden ein. Das ist mittlerweile ein richtig großes Fest unter Kolleginnen und Kollegen auf höchstem Niveau geworden… sich mittags zu treffen und abends dann auf der Bühne miteinander Musik zu machen, ist fantastisch. Es ist jeden Abend ein anderes Programm in einer sehr, sehr schönen Ballroom-Atmosphäre mit 550 Menschen Es ist wie ein alter traditioneller Jazzclub, wie man das so aus den alten Filmen der 30er, 40er Jahre noch kennt. Jetzt haben wir wieder Weltstars da – zum Beispiel Nathan East, der große Bassist, der unglaublich viele Welthits als Bassist eingespielt hat. Also eine große Auswahl an Künstlerinnen und Künstlern, von Brasilien bis Deutschland… von England, bis Frankreich, bis hin nach Amerika. Ich freue mich riesig. Wir sind auch dreimal ausverkauft und freuen uns jetzt schon auf die Planungen für das nächste Jahr. Und irgendwann haben wir dann die 20 voll.“

Schlagerpuls.com: Ist es das auch, was es so erfolgreich macht, dass es eben diesen Charme des alten Jazzclubs hat und diese Vielfalt an Künstlern dabei ist?

Marc Marshall: „Ich glaube schon. Diese Nähe ist unglaublich wichtig… dass die Menschen nicht auf große Distanz diese Musik erleben und wirklich ganz, ganz große Stars. Wir hatten auch schon Roger Cicero, Klaus Doldinger, Paul Kuhn und Till Brönner. Solche Leute dann so hautnah zu erleben, das ist schon was ganz Besonderes. Helge Schneider war auch sogar schonmal bei uns. Man glaubt immer, die Künstlerinnen und Künstler zu kennen, aber sie dann mal so hautnah zu erleben, ohne große Security und ohne großen Abstand… das ist was ganz Besonderes. Und dann natürlich Musik auf höchstem Niveau. Ich nenne das Entertainment-Jazz, damit ich das auch glaubwürdig transportieren kann. Ich bin ein Mensch, der gerne unterhält, der den Menschen nicht mit der Musik auf die Nerven gehen will, sondern wir machen einen absoluten konsumierbaren Jazz… und der hat eine große Gemeinde. Viele meiner Fans, die auch meine Marc Marshall Musik mögen, die jetzt nicht unbedingt Jazz geprägt ist, kommen aus ganz Europa mittlerweile und kaufen sich das 3-Tages-Ticket. Es macht mich total stolz und glücklich, dass Menschen immer wieder bereit sind, sich auf neue Dinge einzulassen und wundern sich dann und sagen ‚Mensch, das ist ja viel, das ist ja ganz toll‘. Ich habe mich immer gedacht, Jazz ist nichts für mich, aber das ist ja wirklich was Großartiges.‘ Das finde ich ganz wichtig, dass wir über die Chance hinaus uns verbinden und den Menschen da draußen immer wieder neue Möglichkeiten bieten, etwas Neues zu erleben.“



Schlagerpuls.com: Das finde ich sehr schön. Und wie triffst du auf die Künstlerwahl? Also du suchst sie wahrscheinlich zu 99% selbst aus, richtig?

Marc Marshall: „Ja, ich habe seit vielen Jahren einen ganz tollen musikalischen Leiter und guten Freund, der auch als Produzent für mich schon tätig war – Frank Lauber. Er ist ein fantastischer Musiker und eben auch mein Musical Director. Wir beide setzen uns da immer zusammen und haben uns natürlich über die Jahre ein unglaubliches Netzwerk aufgebaut. Alleine durch Nathan East. Wenn ich frage: ‚Nathan, wie wäre es denn, könntest du mal den oder die fragen?‘ – dann kommt man auch an ganz andere Kategorien dran. Das ist eine Frage des Vertrauens, das über die vielen Jahre gewachsen ist. Da machen wir immer eine gute Mischung. Also für uns ist immer wichtig, dass wir verschiedenste Persönlichkeiten aus verschiedensten Generationen und unterschiedlichen Genres haben. Jetzt zum Beispiel Ivan Lins, eine Musikerlegende aus Brasilien, der dann mehr diesen südamerikanischen Touch reinbringt und auf der anderen Seite haben wir Claude McKnight, einen fantastischen Soulsänger. Da prallen dann auch Welten aufeinander, die sich gegenseitig inspirieren und befruchten… und dann entstehen Unikate. Das ist uns bei der Auswahl der Künstlerinnen und Künstler besonders wichtig, dass wir etwas kreieren, was man nicht an der Stange kaufen kann.“

Dabei fügt Marshall hinzu: „Ja, aber es wird ja alles über die letzten Jahrzehnte durch Internet und Spotify und was weiß ich so reproduzier- und austauschbar. Also diese Persönlichkeiten… so Typen wie Mickie Krause gibt es ja auch nicht mehr viele. Typen, die über Jahrzehnte einfach präsent und auch zuverlässig in ihrer Art sind. Der Zuschauer und Zuhörer weiß genau, was er da bekommt. Das geht aber nur, wenn man sich über Jahre hin entwickeln darf und das ist ja heute fast gar nicht mehr möglich.“



Schlagerpuls.com: Zudem wird das Musikgeschäft ja auch immer schnelllebiger und die Masse an neuen Künstlern ist hoch…

Marc Marshall: „Ja, und eine Karriere heute über Jahrzehnte aufrecht zu erhalten, das ist wirklich eine ganz andere Herausforderung, als es früher mal war. In der Zeit, in der mein Vater groß wurde, da musste ja auch noch jeder wirklich was können… rein musikalisch. Wenn er dann Glück hatte und einen Hit, dann konnte er mit seinem Können eine Karriere aufbauen, die dann auch Jahrzehnte haltbar war. Aber heutzutage sind es andere Kriterien. Ich will das auch gar nicht bewerten, aber ich bin eben auch ein Kind aus der alten Zeit. Auf der Fahrt bis zu dem Telefonat jetzt mit dir, habe ich hier meine Texte liegen und lerne Texte von Songs, die ich noch nie gesungen habe, um dann nächste Woche mit meinen Kolleginnen und Kollegen Duette zu singen. Diese Lust, sich immer weiterzuentwickeln, das ist eigentlich das, was mich als Künstler antreibt. Komischerweise, also in Anführungsstrichen, öffnet man damit die Herzen des Publikums noch mehr, als wenn man sich immer nur anpasst und schaut, was gerade im Trend ist.“

Schlagerpuls.com: Ja, deswegen, das ist doch eine schöne Sache, dass du da deinen Weg konsequent weitergehst und vor allem, dass du eben durch den Jazzclub anderen Künstlern eine Bühne gibst.

Marc Marshall: „Unbedingt! Aber während Coronazeit hat man gemerkt, dass wir leider keine Familie sind. Das sind immer nur so Blasen. Zum Beispiel die ‚Immer wieder Sonntags‘-Familie oder die Andy Borg-Familie oder die Silbereisen-Familie oder die Zarrella-Familie. Aber insgesamt sind wir keine Familie. Das hat sich bei Corona gezeigt. Musik ist eine universelle Sprache, die über alle kulturellen und sprachlichen Hindernisse hinweg Menschen verbindet. Das würde uns gut zu Gesicht stehen, wenn wir da viel liberaler, großzügiger, toleranter und offener wären. Dann entwickeln sich auch neue Richtungen und es bleibt nicht statisch und, wie gerade eben schon erwähnt, austauschbar.“

 

TICKETS für „Mr. M’s Jazz Club“ gibt es direkt hier!

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