Vanessa Borck ist eine von vierzehn Promis, die sich in der neuen Staffel von „Let’s Dance“ auf das Tanzparkett wagen. Im RTL-Interview sprach sie jetzt über ihre Teilnahme, die Show und welche Botschaft sie senden will. Dazu verriet Nessi auch mehr über sich selbst!
1. Nessi, was reizt dich an der LD-Teilnahme?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Let’s Dance ist einfach für mich eine große Herausforderung und ich finde, beim Tanzen kann man einfach super viel fühlen… und ich möchte einfach auch super viel aufarbeiten, was in der letzten Zeit oft so passiert ist.“
2. Für alle die es nicht wissen, was konkret möchtest du denn aufarbeiten?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Ich hatte ja auch diesen Schicksalsschlag, den ich einfach hatte und ich finde, Musik berührt mich einfach und ich verbinde mit Liedern einfach ganz viele verschiedene Situationen in meinem Leben und ich finde, man kann durch Tanzen Dinge verarbeiten.“
3. Let`s Dance ist für dich also eine Art Therapie?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Man könnte vielleicht Therapie sagen, finde ich aber auch schwierig natürlich, das so damit gleichzusetzen, aber ich bekomme damit meinen Kopf frei und konzentriere mich darauf und finde es einfach schön, dass ich mich auf eine Sache konzentriere und quasi auch Dinge aufarbeiten kann. Ja, das finde ich irgendwie schön.“
4. Das hört sich an, als würdest du öfter tanzen.
Vanessa „Nessi“ Borck: „Ich tanze in Clubs oder halt zuhause, aber kennst du das, wenn du zuhause bist, dir einfach Musik anmachst und einfach durch die Wohnung tanzt?! Ich kann nicht tanzen, aber es ist einfach schön.“
5. Ist das Tanzen für dich auch eine persönliche Weiterentwicklung?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Ja, auf jeden Fall ist das eine Art von persönlicher Weiterentwicklung… auch ‚wie weit gehe ich, wo sind meine Grenzen, wie weit komme ich persönlich, wo sind meine körperlichen Grenzen‘ -und das auch herauszufinden ist für mich ganz doll spannend.“
6. Wo, denkst du, liegen denn deine Grenzen?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Das werde ich jetzt herausfinden und ich muss über meine Grenzen gehen. Deshalb brauche ich eine ganz, ganz tolle Profitänzerin, die mir dabei hilft, über meine Grenzen zu gehen.“
7. Sprichst du von den physischen oder den psychischen Grenzen?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Beide tatsächlich. Einmal über meine eigenen Grenzen zu gehen bei Kritik und Ablehnung, dass ich mir nicht alles zu Herzen nehme und wenn mich jemand kritisiert, dass ich nicht am nächsten Tag am Boden zerstört bin – sondern sage, ‚ich mache weiter‘ – und nicht alles hinwerfe und natürlich auch körperlich, dass ich einfach sehe, wenn ich Muskelkater habe oder etwas nicht kann, dann lern ich es.“
8. Würdest du sagen, die Psyche war für dich in der Vergangenheit ein Thema?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Ja, ich wollte immer Everybody’s Darling sein und wenn ich gemerkt habe, dass mich jemand nicht mag, habe ich versucht mich anzupassen… habe immer versucht dann den Menschen zu gefallen, weil ich bin glücklich, wenn andere auch glücklich sind. Aber das ist ja falsch, ich kann ja nicht mein eigenes Glück von anderen Menschen abhängig machen.“
9. Du sagtest vorhin, du stehst für Sichtbarkeit von queeren Menschen. Wie wichtig ist da LD als Plattform?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Ich sehe das gar nicht als eine Plattform für Reichweite. Das interessiert mich gar nicht tatsächlich. Ich find es schön, dass ich diese Plattform bekomme als lesbische Frau und dass ich quasi für queere Sichtbarkeit stehe, weil ich finde, das ist einfach zu wenig im Fernsehen vertreten und dafür nehme ich die Reichweite sehr gerne. Aber mich selber interessiert das jetzt nicht, ob ich dadurch jetzt Reichweite bekomme oder so. Dafür mach ich nicht mit. Das wäre die falsche Motivation in so einer Sendung mitzumachen. Du solltest da mitmachen, weil du Spaß am Tanzen hast, weil du dich persönlich weiterentwickeln möchtest oder vielleicht was aufarbeiten möchtest… aber nicht für Geld oder irgendwie Reichweite. Ich finde, das ist eine extrinsische Motivation und ich mach aus intrinsischer Motivation, also aus der intrinsischen Motivation mit.“
10. Du möchtest konkret, welche Botschaft vermitteln?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Also auf jeden Fall für mich ist die Botschaft, dass ich erstens, ich kann etwas nicht und das heißt nicht, dass ich es nicht können kann, also können werde. Das heißt, wenn man etwas nicht kann, man kann es trotzdem lernen. Ich bin 29, vielleicht lerne ich tanzen, bis ich 30 bin und dass ich als Frau hoffentlich auch mit einer Frau tanzen werde und zwar als zwei feminine Frauen, die auch in Kleidern tanzen und das ist in Deutschland völlig normal ist.“
11. Du trittst also in die Fußstapfen von Kerstin Ott…
Vanessa „Nessi“ Borck: „Kerstin Ott war schon eine ganz tolle Vorgängerin, sie hatte ja den führenden Part und ich setze ja auch noch mal ein Zeichen in der femininen Präsentation, Repräsentation, indem ich ja auch Kleider tragen werde und so weiter und ich finde, das ist auch noch mal eine andere Repräsentativität, also find ich persönlich. Darauf freu ich mich.“
12. Denkst du, du wirst noch einmal eine andere Seite von dir zeigen können als die bei „Princess Charming“?
Vanessa „Nessi“ Borck: „Also ich finde, Princess Charming hat mir sehr gut getan damals, weil man hat eine Seite bei mir erlebt, die ich sonst nicht zeige. Vor allen eine verletzliche Seite, die man vielleicht nicht zeigt, wenn man sein Handy aktiv hinstellt. Und ich glaube bei Let’s Dance wirst du mich einfach in Situationen erleben, wo ich vielleicht auch aufgeben möchte, wo ich nicht mehr kann und wo ich auch Fehler machen werde, weil Fehler sind ja auch menschlich. Ich werde auch mal ein Blackout haben oder so und ich werde Blasen an den Füßen haben und ich werde vielleicht auch mal weinen, weil mich Menschen kritisieren. Aber das macht mich ja zum Menschen. Also ich glaub, das haben wir alle schon mal erlebt und ich glaube die Menschen werden mich von dieser Seite kennenlernen, die ich vielleicht nicht so von mir zeige, weil wir zeigen doch immer gerne nur die glücklichen Momente und nicht die, wo man traurig ist, wo man was nicht geschafft hat. Aber du wirst mich ja sehen, wie ich Sachen auch nicht schaffen werde und ich finde, das ist ’ne tolle Stärke.“
Quelle: RTL







