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Howard Carpendale übt deutliche Kritik an Entwicklung der Branche und betont „Streaming ist ein Problem für sich“

Howard Carpendale verrät: Mit DIESEN Kollegen nahm er „Sophia Loren“ für das Album „Zeitlos“ neu auf!

Er nimmt kein Blatt vor dem Mund!

© Ina Fiethen / Schlagerpuls.com

Mit 80 Jahren steht für Howard Carpendale eigentlich ein Anlass zum Feiern an: Die große Abschiedstour steht bevor, außerdem erscheint am 20.02.26 sein neues Album „Zeitlos“, auf dem er seine großen Hits neu interpretiert. Doch trotz aller Vorfreude blickt der Sänger mit großer Skepsis auf die aktuelle Lage der Musikindustrie. Im Clasentalk äußerte er sich ungewöhnlich deutlich zur Situation der Branche – und fand klare Worte: „Die Musikbranche steckt im Moment in einer schrecklichen Situation und das wird wahrscheinlich nicht besser. Die Branche ist kaputt.“



Als zentrales Problem sieht Carpendale das Streaming. „Streaming ist ein Problem für sich“, betont er. Zwar dominieren Streamingdienste inzwischen den Markt, doch genau diese Entwicklung habe weitreichende Folgen – sowohl finanziell als auch kreativ. Plattformen nähmen zunehmend Einfluss auf die Gestaltung von Songs. „Die Dienste können sich erlauben, zu sagen: ‚Bitte komponiere Lieder, die höchstens zwei Minuten lang sind, ohne lange Instrumentalstellen. Die Leute wollen dich singen hören‘“, berichtet der Sänger.

Der Hintergrund sei rein wirtschaftlich: Kürzere Titel sorgen für mehr Abrufe pro Stunde – und damit für mehr Einnahmen. Für Carpendale steht das jedoch im Widerspruch zu seinem künstlerischen Selbstverständnis. „Das spricht gegen mein Verständnis davon, was Kreativität und Musik ausmachen“, erklärt der 80-Jährige. Und weiter: „Das mache ich nicht mit. Ich will gute Musik machen und mich nicht andauernd fragen, ob diese streamingaffin ist.“



Auch finanziell sei die Situation ernüchternd. Selbst große Streamingzahlen garantierten kein ausreichendes Einkommen. Eine Million Streams würden – aufgeteilt zwischen Sänger, Texter und Komponisten – lediglich rund 4000 Euro einbringen. „Ich meckere nicht darüber, weil ich meine Karriere zu der bestmöglichen Zeit hatte. Man hatte eine Chance, gut zu verdienen.“ Für junge Künstler sehe das jedoch völlig anders aus.

Carpendale sorgt sich deshalb um den Nachwuchs. Der Versuch, heute eine Musikkarriere zu starten, gleiche beinahe einem Glücksspiel. Entsprechend drastisch fällt sein Rat aus: „Lernt Basketball. Da hat man bessere Chancen, sein Leben zu finanzieren, als mit Musik. Ich weiß, das klingt sehr zynisch.“ Und für jene, die es dennoch wagen wollen, sagt er: „Schreibe deine eigenen Lieder, lade sie hoch und bete. Anders geht es nicht.“



Zusätzlich warnt er vor den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz. „Wenn KI Erfolg hat, sehe ich überhaupt keine Möglichkeit mehr, dass junge Menschen eine Karriere starten.“ Schon jetzt werde der Markt täglich mit neuen Songs überflutet. „Es kommen täglich weltweit 80.000 neue Titel pro Tag auf den Markt. Ich hörte, es wird irgendwann zwischen einer halben Million und einer Million Titel“, sagt Carpendale.

Angesichts dieser Masse hält er einen generationsübergreifenden Hit, den ein ganzes Land mitsingt, für kaum noch realistisch. „Ich rechne nicht damit, dass ich jemals wieder einen großen Hit haben würde. Die meisten von uns können nicht damit rechnen.“

Sein Album „Zeitlos“ ist deshalb eine bewusste Entscheidung für den Rückblick: Statt neuer Kompositionen setzt Carpendale auf Neuaufnahmen seiner Klassiker. Mit gereifter Stimme und modernisiertem Sound möchte er die Lieder ins Heute holen. Einige seiner Songs seien, so ist er überzeugt, „ihrer Zeit voraus“ gewesen. Ziel sei es, sie behutsam so zu verändern, dass sie „etwas mehr klingen wie heute“, ohne ihren Charakter zu verlieren. „Deswegen habe ich mit meinem Musical Director gesprochen und gesagt, ich möchte alle diese Titel noch einmal aufnehmen“, sagt er.

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