Norbert Rier verrät: Wie seine überstandene Leidenszeit das neue Album der Kastelruther Spatzen prägt

Norbert Rier verrät: Wie sich seine überstandene Leidenszeit auf das neue Album der Kastelruther Spatzen prägt
Exklusiv
Mit uns sprach er offen darüber!
© Pressefoto

Norbert Rier blickt nach Herz-OP und gesundheitlichen Rückschlägen wieder nach vorne. Das Spatzenfest lief hervorragend, nun naht das neue Album „Hollywood in Kastelruth“ (VÖ am 27.11.26). Im exklusiven Interview verriet uns der Frontmann der Kastelruther Spatzen wie sich seine Leidenszeit auf die Lieder des Albums auswirkte. Dabei sprach Rier auch offen darüber, wie die Musiker mit der Zeit gehen – ohne den Geist der Kastelruther Spatzen zu verlieren.


Schlagerpuls.com: Was erwartet die Fans auf eurem neuen Album?

Kastelruther Spatzen / Norbert Rier: „Natürlich gibt es wieder neue Lieder und interessante Themen. Einige davon beziehen sich auch auf meine Krankheit im vergangenen Jahr und auf Handicaps. Ich habe auch bei einigen Kompositionen bestimmte Themen vorgegeben. Dazu gehören beispielsweise die Lieder „Was dir hilft, ist ein Gebet“ oder „Engel“, in dem es um die Engel geht, die man immer braucht. Es sind wieder tiefsinnige Texte dabei, die vielleicht viele Menschen ansprechen und mit denen sich viele identifizieren können.

Das ganze Album ist, wie eigentlich immer, auch ein bisschen moderner geworden. Wir haben mittlerweile sehr viele junge Fans, auch im Teenageralter. Da staunt man natürlich selbst, wie begeistert sie sind, wie sie die Lieder mitsingen und wie viel Freude sie daran haben. Deshalb haben wir die Lieder teilweise etwas moderner gestaltet. Natürlich darf aber der normale Spatzensound nicht verloren gehen. Wir sind da schon immer ein bisschen dagegen gewesen, uns zu sehr zu verändern. Wir gehören schließlich eher zum älteren Kaliber und müssen glaubwürdig bleiben. Man muss hinter dem stehen können, was man macht – das ist ganz wichtig.“


Dabei ergänzt der Frontmann: „Wenn man sieht, wie die jungen Leute das genießen, merkt man, dass es funktioniert. Es werden immer mehr Fans aus allen Ländern, sei es aus Deutschland, Österreich, der Schweiz oder natürlich auch hier aus Südtirol. Sie feiern mit uns und genießen die Musik.

Im Frühjahr waren wir beispielsweise beim Alpenflair mit dabei. Dort hatte man zunächst das Gefühl, dass es ein ganz anderes Publikum sei. Aber die Leute haben klasse mitgemacht, und es war eine super Stimmung. Wir hatten unseren Auftritt vor Peter Maffay, der mit seiner Band da war. Am Anfang hatte es Peter Maffay, so komisch das vielleicht klingt, allerdings etwas schwerer. Vielleicht hat er einen Fehler gemacht, indem er zunächst lauter neue Lieder präsentiert hat, die noch niemand kannte. Das ist immer ein bisschen schwierig. Erst als dann die Evergreens und die wirklich bekannten Lieder kamen, haben die Leute natürlich mitgemacht. Wir hatten unser Programm hingegen so zusammengestellt, dass wir Lieder präsentiert haben, die die Leute alle kannten. Bestimmte Lieder eben, die für Stimmung sorgen. Da war richtig was los.“

Schlagerpuls.com: Das heißt, du möchtest den Menschen nach dem, was du in den vergangenen Monaten gesundheitlich erlebt hast, mit deiner Musik auch Kraft geben?

Kastelruther Spatzen / Norbert Rier: „Ja, natürlich. Es dauert allerdings immer eine gewisse Zeit, bis die Leute auch diese Lieder kennen. Oft macht man den Fehler, dass man eine neue CD auf den Markt bringt und dann möglichst alle neuen Lieder präsentieren möchte. Aber wenn die Leute sie noch nicht kennen, müssen sie die Lieder erst einmal kennenlernen, damit sie mitsingen können.

Das versuchen wir auch immer wieder, und das sehen wir, wenn wir unterwegs sind. Auch diesmal gibt es wieder eine Mischung mit ganz alten Liedern. Vor allem die bekannten alten Lieder dürfen bei der Tournee natürlich nicht fehlen. Sie müssen immer dabei sein. Wir präsentieren sie und bringen zwischendurch immer wieder etwas Neues.“


Schlagerpuls.com: Was bedeutet es dir, dass auch immer mehr junge Leute zu euch kommen? Ihr zeigt noch immer, dass ihr Jung und Alt begeistern und die Massen anziehen könnt.

Kastelruther Spatzen / Norbert Rier: „Man muss nur auf das Publikum schauen und auch darauf hören, was die Leute sagen. Das sieht man oft auch bei Wunschsendungen, bei denen sich die Menschen bestimmte Lieder wünschen.

Natürlich kann auch vonseiten der Medien und durch Fernsehsendungen vieles gesteuert werden. Es gibt teilweise große Sendungen, in denen immer wieder bestimmte Künstler auftreten, die quasi mit im Boot sind und zu diesem festen Kreis gehören. Es sind oft dieselben Künstler, und das hört man auch von den Menschen. Darüber wird immer wieder geschimpft oder gejammert.

Früher hat es vielleicht mehr Sendungen gegeben, in denen viele verschiedene Künstler zu sehen waren. Aber Gott sei Dank gibt es den Schlagerhype, der anhält. Die Leute können mitfeiern, und man merkt immer mehr, wie sehr sie das Brauchen und Genießen… den Alltagsstress für eine Weile hinter sich zu lassen, abzuschalten, zu feiern, zu singen und zu tanzen.

Wie heißt es so schön? – ‚Wo man singt und spielt, da lass dich nieder, denn böse Menschen haben keine Lieder.‘ Das ist etwas ganz Wichtiges. Man muss auf das Publikum eingehen, denn die Menschen sind letztlich diejenigen, für die wir Musik machen. Wir möchten ihnen Freude bereiten.“


Schlagerpuls.com: Nächstes Jahr geht es dann auch wieder auf große Tour mit dem neuen Album. Wie sehr freust du dich schon darauf?

Kastelruther Spatzen / Norbert Rier: „Die Vorbereitungen laufen. Das Programm zusammenzustellen, ist immer eine Herausforderung, aber zugleich natürlich auch eine schöne Aufgabe.

Bei unseren Konzerten ist es wichtig, dass die Leute nicht einfach nur klatschen und mitmachen. Wir verbinden unsere Auftritte mit schönen Einblendungen, Bildern und Videos, die im Hintergrund zu bestimmten Liedern passen. Ich merke das auch selbst, wenn ich einmal Zeit habe, ein Konzert zu besuchen: Man möchte das einfach genießen. Es ist natürlich ein Unterschied, ob man bei einem Fest auftritt, bei dem richtig Stimmung herrscht und alles voll ist –  oder ob man ein Konzert besucht, bei dem man die Lieder in Ruhe genießen möchte.

Bei unseren Konzerten ist es deshalb besonders wichtig, dass der Sound und der Klang stimmen. Bei uns wird nach wie vor alles live gesungen und live gespielt. Das muss einfach passen, damit die Menschen abschalten können. Ich sage immer wieder, dass sie die Seele baumeln lassen und in ihrer Fantasie ein bisschen in diese heile Welt eintauchen können sollen.“

Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Chefredakteur

Kevin Drewes ist seit über 10 Jahren im Schlager unterwegs und bringt als Chefredakteur seine ganze Erfahrung und Leidenschaft mit hinein. Kein anderer kann solch eine Expertise wie er vorweisen.

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