Die Nockis begeisterten auch beim diesjährigen Winter Open Air von „Wenn die Musi spielt“. Dass sie dabei schon so oft dabei sein durften, das ist für Frontmann Gottfried Würcher nicht selbstverständlich, macht der Herzensmensch bescheiden im exklusiven Interview mit schlagerpuls.com deutlich. Dabei sprach der Musiker auch offen über das Erfolgsrezept der Show… und fand deutliche Worte über den in der Gesellschaft oft verpönten Schlager, den eigentlich jeder hört, es aber nicht zugeben mag. Dabei zog Gottfried einen spannenden Vergleich zum unvergessen Roy Black… Es sind starke Worte, die es auf den Punkt bringen!
Schlagerpuls.com: Ihr seid ja bei der Musi eigentlich nicht wegzudenken, seid quasi schon fast seit Anfang an dabei. Wie ist es für Euch, hier immer wieder dabei zu sein? Es ist ja fast ein Heimspiel…
Nockis / Gottfried Würcher: „Es ist ein Heimspiel. Aber Heimspiel heißt ja nicht, dass es immer ein Selbstläufer ist. Man muss immer liefern und etwas haben, was die Leute wollen… speziell was die Fernsehstationen bzw. die Redakteure wollen. Wo sie sagen ‚ja, das ist interessant, das passt‘. Wenn das alle Jahre so ist und man abliefert, dann ist man dabei.“
Schlagerpuls.com: Immer mehr Schlagersendungen werden abgesetzt, die Musi ist seit nunmehr 30 Jahren erfolgreich und ein Fels in der Brandung. Was ist ihr Erfolgsrezept deiner Meinung nach?
Nockis / Gottfried Würcher: „Ich glaube, dass die Sendung eine gewisse Abwechslung bietet, dass man auch internationale Künstler holt. Wenn die Leute immer dieselben Gesichter sehen, wird es etwas langweilig. Das ist jetzt ein kleiner Widerspruch, weil wir ja auch immer dabei sind… aber wir sind bei anderen Sendungen hingegen nicht dabei. Wenn man vier, fünf Sendungen daher nimmt, dann sieht man immer die gleichen Gesichter. Das ist bei der Musi nicht so. Da wird sehr viel auch für den Nachwuchs getan, gewechselt und mal reine Volksmusik reingenommen… und dann mal Schlager oder auch etwas leicht Rock/Pop-mäßiges. Das macht die Musi eben aus.“
Schlagerpuls.com: Wie stehst du zum Wandel, dass immer mehr Plattformen weichen müssen?
Nockis / Gottfried Würcher: „Das deutsche Liedgut ist ein schönes Liedgut. Es ist ein bisschen schwierig, denn der Schlager wird immer wieder verpönt. Es ist für manche schon fast ein bisschen schlecht, wenn man Schlager kennt, mag und hört… aber wenn man irgendwo auf der Bühne steht und wenn dann Schlager gespielt, machen letztlich genau die, die das sagen, nach zwei, drei Liedern mit und kennen alle Texte. Da frage ich mich, wie schlecht ist der Schlager denn eigentlich wirklich?! Das ist die Realität.“
Dabei ergänzt der Nockis-Frontmann: „Roy Black hat niemand gekannt, aber jeder sang seine Lieder. Ich glaube, das ist das beste Beispiel. Es ist auch medial so, dass der Schlager immer so ein bisschen runtergemacht wird. Die Musiker – ob es jetzt bekannte Pop- oder Rocksänger sind, die sehen es nicht so. Die mögen und akzeptieren es. Wir haben in Deutschland mal mit Nazareth parallel gespielt. Die sind uns dann besuchen gekommen und haben gesagt ‚Wahnsinn, coole Musik!‘ – das sind Größen. Aber medial wird es oft so vermarktet, als wäre Schlager etwas Schlechtes. In Amerika ist Country Volksmusik und jeder mag es. Jeder hat seine Berechtigung. Jazz, Klassik, Rock, Pop oder auch Hiphop. Solange die Leute es wollen, ist es doch vollkommen okay.“
Da hat der liebe Gottfried vollkommen recht! Danke, für diese offenen Worte! In Kürze folgt Teil 2 des sehr spannenden Interviews, in dem es sich um das Nockisfest 2026 dreht – seid gespannt!



