Heino, mittlerweile fast 88 Jahre alt, steht seit über 70 Jahren auf der Bühne… hat die deutsche Musik- und Kulturlandschaft geprägt… und hat damit einen Riesendienst geleistet. Und doch muss er sich immer wieder Kritik gefallen lassen, dass seine Volkslieder nicht mehr passend wären… oder keiner mehr hören will. Dass das aber so gar nicht zutrifft, das zeigt sich auf seiner aktuellen „Made in Germany“-Tour, bei der er nun auch gestern (18.03.26) in Osterholz-Scharmbeck gastierte, eindrucksvoll. Es entwickelte sich schnell ein Abend, der zeigte: Volkslieder sind unsterblich… genau wie Heino, der zwei Stunden lang ohne Pause Livegesang vom Allerfeinsten bot… und mit seinen Fans die Bude abriss!
Ausnahmezustand an einem Dienstagabend… mitten in der Woche… in der Stadthalle Osterholz-Scharmbeck! Das Konzert von Kultstar Heino hatte noch gar nicht begonnen, da skandierten einige junge Fans schon „Heino, Heino, Heino“, posierten mit der riesigen Deutschland-Flagge mit dem Heino-Adler drauf und machen Selfies. Im Laufe des Abends sollte die Location in ein Tollhaus verwandelt werden. Aber von vorn…
Heino riss Jung und Alt von Sekunde 1 an mit
Bevor Heino selbst die Bühne betrat, heizten seine zwei Backgroundsängerinnen Angie und Gaby mit einem Medley großer Schlagerhits – von „Schön ist es auf der Welt zu sein“ bis hin zu „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“ ein… und dann kam er auf die Bühne: Unter lautstarkem Jubel ging Heino zur Mitte der Bühne ans Mikro… und legte los! Kurz danach, schon als drittes Lied, stimmte der Kultstar „Die schwarze Barbara“ an… und die Stimmung? Die war von Sekunde 1 an klasse!
Heino ist stolz auf seine Heimat – und das ist auch gut so
Flott weiter ging es mit „Komm in meinen Wigwam (Regenbogen-Johnny)“ sowie „Ja, ja, die Katja, die hat ja“, während auf den zwei Monitoren immer wieder alte Fotos und Videoaufnahmen gezeigt wurden (das verlieh dem ganzen noch mehr Wertigkeit!). Nach diesen ersten, sensationellen 25 Minuten, kam es dann zu einer bewegenden Rede von Heino: Angespielt auf die Kritik, dass er die (von einigen) umstrittenen Volkslieder immer noch singt, betonte der Kultstar, dass er sich nicht beirren lasse… und somit natürlich auch auf der Tour das Fahrtenlieder-Medley im Gepäck hat! Und genau hier sind wir an dem Punkt, wo sich zeigen sollte, dass er damit genau richtig fährt, wie die Reaktion des Publikums zeigte!
So schallte es beim Medley, welches Lieder wie „Lore, Lore, Lore“, „Ein Heller und ein Batzen“, „Lustig ist das Zigeunereben“ oder auch „Hoch auf dem gelben Wagen“ enthielt, lautstark in den Refrains. Die Stimmung in der Stadthalle kochte!
Heino: Manager Helmut Werner kritisiert Fernsehredaktionen und große Shows
Später, als Manager Helmut Werner kurz auf die Bühne kam, lobte dieser die Zuschauer: „Es scheint so, als ob die Welt hier in Osterholz-Scharmbeck noch ein Stückchen in Ordnung ist.“ – und übte dabei offen Kritik an den Verantwortlichen der Redaktionen und der Feste-Shows – als auch der „Giovanni Zarrella Show“! Immer wieder werde ihm gesagt ‚Ach, Helmut, diese Volkslieder will doch 2026 keiner mehr hören‘. Unter großen Applaus (und „Helmut, Helmut, Helmut“-Rufen) setzte er nach: … die schicke ich zukünftig alle hier nach Osterholz. Dann können sie denen mal sagen, dass sie endlich wieder Programm fürs Publikum machen sollen!“ Dabei fuhr er fort und erklärte, warum er und Heino sich vor Jahren schon entschieden haben, in den Shows nicht mehr aufzutreten: „Wir machen da nicht mehr mit, wir gehen da nicht mehr rein in die Sendungen.“ Eine ganz klare Ansage!
Keine Frage, Heino lässt sich nicht verbiegen. Eine deutsche Eiche, die jedem Sturm trotzt! Und vielleicht sollte man… nur mal in den Raum geworfen… statt auf einen 87-Jährigen zu zeigen, der schlichtweg stolz auf sein Land und seine Heimat ist, auf die zeigen, die auf einer Wahlparty „Wir schieben sie alle ab“ singen… Heino jedenfalls, der macht weiter und ist auch noch voll am Puls der Zeit, wie sein Ballermann-Debüt im vergangenen Jahr zeigte! Davon berichtete er natürlich in Osterholz-Scharmbeck auch… und haute direkt mal „Eviva Espana“ zur Einstimmung raus, ehe er „Layla“ auf seine Weise interpretierte!
Heino ist noch immer am Puls der Zeit
Während die Fans ihre Stimmen während des Konzertes mit Kaltgetränken ölen konnte, stand Heino auf der Bühne ohne da… was er augenzwinkernd monierte: „Können Sie sich vorstellen, dass ich Durst habe?!“, scherzte die Musiklegende… und prompt brachte ihm ein Fan auch schon ein Bier… während aber auch Manager Helmut Werner mit einem Gläschen Mineralwasser zu ihm kam. Genau diese Szenerie war die perfekte Einleitung zum nächsten Titel: „Ein Gläschen am Morgen“!
Auf das Gläschen folgten zwei Titel von Heino’s Rock-Album: „Junge“ und „Ein Kompliment“ – und hier müssen wir mal klar sagen: Kann eigentlich jemand authentischer als Heino besingen, wie der Junge denn da wieder aussieht? Wohl kaum!
Heino: Emotionale Hommage an seine unvergessene Frau Hannelore
Mitten in der Sause in Osterholz-Scharmbeck kam es daraufhin zu dem einen ruhigen Moment, der unter die Haut ging. Heino setzte an: „Ich hatte fünfzig Jahre einen Schutzengel. Jetzt habe ich ihn nicht mehr… aber ich werde trotzdem gut beschützt. Hier ist ein neues Lied von mir… ‘Schutzengel‘. Damit ist seine geliebte Frau Hannelore gemeint, die im November 2023 verstarb… ihr widmete Heino diesen Song, während auf den Monitoren gemeinsame Fotos aus ihrem langen, gemeinsamen Leben gezeigt wurden. Eine wunderschöne Hommage, die tief ins Herz ging!
Heino begeistert mit Livegesang vom Allerfeinsten
Danach folgte das Seemannsklassiker „La Paloma“, ehe Heino „eines der schönsten Volkslieder“ zum Besten gab: „Teure Heimat“. Bei dieser Hymne zeigte sich einmal mehr, welch großartiger LIVE-Gesang bei Heino geboten wird… das Zusammenspiel mit den Backgroundsängerinnen war exzellent, dazu Heinos tiefe Stimme, die auch nach mittlerweile über anderthalb Stunden nicht eine Nuance schwächer wurde! Auch das muss man mit 87 Jahren erst einmal machen…
Die nächste Hymne, „Sierra Madre“ folgte auf dem Fuße, ehe mit „Blau blüht der Enzian“ das große Finale eingeläutet wurde… und die Stadthalle nun endgültig Kopf stand! Es schallte deftig, ein Halten bei den Fans gab es auch nicht mehr… und Heino? Der gab eine Bro-Fist nach der anderen, runter zu seinen Fans direkt vor der Bühne!
Heino: Gänsehaut-Moment im Finale
Nach „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ krönte Heino den grandiosen Abend mit einem Gänsehaut-Moment: Er sang, wie im Vorfeld versprochen, die deutsche Nationalhymne… und jeder, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht stand, erhob sich… schöner hätte der Abend nicht enden können. Wenn auch sich einige Fans das „Niedersachsenlied“ wünschten – das gab es leider nicht, doch beim nächsten Mal in Osterholz-Scharmbeck hat Heino es dabei, versprach die Legende.
Nach gut zwei Stunden endete ein Konzert, das durch die Bank weg begeisterte. Heino bot Unterhaltung mit Haltung, riss Jung und Alt mit. Und das mit sichtlich noch immer großer Freude. Vielleicht ist genau das auch eines seiner Geheimnisse der gefühlten ewigen Jugend: Er zieht Energie aus eben diesen Abenden mit dem Publikum, welches genau das honorierte, was ihn auszeichnet: Heino ist einer von uns, einer der für Werte einsteht und trotz allen Widrigkeiten weitermacht!









