Die Bergkirchweih Erlangen steht seit Jahrzehnten für genau das, was ein deutsches Volksfest ausmacht: volle Bierkeller, ausgelassene Stimmung, Mitsingen und Partyhits, die jeder kennt. Doch ausgerechnet zum Start des diesjährigen „Berch“ sorgt nun eine Musik-Debatte bundesweit für Aufsehen. Denn mehrere bekannte Party- und Kultsongs sollen auf dem Volksfest möglichst nicht mehr gespielt werden – betroffen sind unter anderem Mickie Krause, Peter Wackel, Breitner und die Spider Murphy Gang!
Darunter befinden sich so nicht nur moderne Malle-Hits wie „Layla“, sondern auch absolute Klassiker wie „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang — ein Lied, das seit den 80ern praktisch auf jeder Kirchweih und jedem Volksfest dazugehört. Und genau da fragen sich inzwischen viele Menschen völlig zurecht: Haben wir in Deutschland wirklich keine anderen Probleme mehr?
Stadt Erlangen sorgt für Verbot von Partyhits
Die Stadt Erlangen verweist auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021. Demnach sollen auf städtischen Veranstaltungen keine Songs gespielt werden, die als problematisch oder diskriminierend angesehen werden könnten. Betroffen sind dabei unter anderem Lieder wie „Joana“, „10 nackte Friseusen“, „20 Zentimeter“ oder „Geh mal Bier hol’n“ — Songs, die seit Jahren oder sogar seit Jahrzehnten auf Volksfesten, Mallorca-Partys und in Festzelten laufen. Und genau deshalb wirkt die ganze Diskussion für viele inzwischen einfach nur noch absurd.
Denn diese Lieder wurden nicht heimlich irgendwo gespielt, sondern seit Jahren offen gefeiert, mitgesungen und gehören für Millionen Menschen ganz selbstverständlich zur Party- und Volksfestkultur dazu. Die Leute hören diese Songs nicht, weil sie jemanden diskriminieren wollen — sondern weil sie Spaß haben möchten.
„Layla“-Debatte geht in die nächste Runde
Schon 2022 hatte „Layla“ eine riesige Diskussion ausgelöst. Mehrere Städte wollten den Song damals nicht mehr auf Veranstaltungen spielen lassen. Am Ende passierte genau das Gegenteil: Der Hit wurde noch bekannter und entwickelte sich endgültig zur Hymne auf Partys und Volksfesten. Jetzt geht die Debatte offenbar noch weiter. Denn inzwischen geraten sogar absolute Kultsongs ins Visier, die seit Jahrzehnten fester Bestandteil deutscher Feierkultur sind. Besonders „Skandal im Sperrbezirk“ sorgt deshalb für Verwunderung. Für viele gehört der Song schlicht genauso zu einem Volksfest wie Bierbänke, Schlager und das gemeinsame Mitsingen.
Partykultur darf nicht kaputtreguliert werden
Natürlich muss nicht jedem jeder Song gefallen. Aber ständig darüber diskutieren zu wollen, welche Partyhits heute noch „erlaubt“ oder „zeitgemäß“ sind, geht nicht nur uns, sondern vielen Menschen inzwischen deutlich zu weit.
Diese Songs sind Teil einer gewachsenen Feierkultur. Sie wurden über Jahre hinweg auf Volksfesten gespielt, ohne dass sich jemand ernsthaft daran gestört hätte. Und genau deshalb finden viele auch: Diese Lieder sollten genauso bleiben, wie sie sind — und selbstverständlich weiterhin gespielt und mitgesungen werden dürfen. Denn Volksfeste leben von Tradition und Stimmung. Wenn irgendwann jeder zweite Refrain auf den Prüfstand gestellt wird, verliert genau diese Kultur ihren eigentlichen Charakter.
Bergkirchweih sorgt bundesweit für Diskussionen
Die Bergkirchweih Erlangen dürfte damit in diesem Jahr nicht nur wegen Bierpreisen oder Besucherzahlen Gesprächsthema bleiben. Stattdessen wird bundesweit darüber diskutiert, wie weit Städte bei solchen Vorgaben überhaupt gehen sollten.
Für viele Besucher steht jedenfalls fest: Volksfeste sollten Orte bleiben, an denen Menschen gemeinsam feiern, lachen und mitsingen können — ohne dass jahrzehntealte Partyhits plötzlich zum gesellschaftlichen Problem erklärt werden.