In dieser Woche endet die große Abschiedstournee von Howard Carpendale, bei der er am vergangenen Dienstag (14.04.26) auch Halt in Bremen machte. Schlagerpuls.com war live bei der außergewöhnlichen Tournee dabei, bei der sich der Künstler in der Form seines Lebens zeigte – aber auch so nachdenklich wie selten. Zu seiner letzten großen Arena-Tour begeisterte Howard so nicht nur mit seinen großen Hits, sondern auch mit starken Worten… mehr dazu nachfolgend in unserem großen Konzertbericht…
Howard Carpendale: Perlen wie „Wem…“ bereichern Setliste
Auf der riesigen Leinwand prangerte groß „Let’s Do It Again“, die Band legte los… und dann betrat Howard Carpendale pünktlich um 20 Uhr die Bühne! Ein furioser Start, der viel versprach und in „Du bist das Letzte…“ wenig später einen ersten Höhepunkt fand. Danach war es Zeit für das erste „versteckte Juwel“ aus dem Schaffenswerk von Howard Carpendale: „Wenn ich könnte wie ich wollte“. Ein melancholischer Song, den der Künstler nur selten live performt. Und hier sind wir auch schon bei einem Punkt, der die Abschiedstournee ausmacht: Howard Carpendale’s Setliste bietet dieses Mal nicht „nur“ die großen Hits um „Alice“ und „Hello, Again“ oder auch neuere Songs, sondern setzt bewusst auch auf viele unbekanntere Titel, die größtenteils nur eingefleischten Fans bekannt sind. Hier muss man auch „Eine Nacht in New York City“ nennen, den Howard ebenfalls in Bremen performte. Genau wie „Wem…“ – ein imposanter, außergewöhnlicher Song, der vor allem dank seiner weltklasse Band um den musikalischen Leiter Andre Franke ein musikalischer Hochgenuss war – allgemein war es wie gewohnt ein grandioses Erlebnis, die Songs von Howard Carpendale in solchen Arrangements mit so großer Band zu erleben.
Howard Carpendale gab seiner Band viel Raum – die erneut auf Weltklasse-Niveau agierte!
Zurecht lobte Howard seine Band gleich mehrmals in Bremen, die definitiv zu den Besten der Besten gehört (ein O-Ton: „Diese Band würde nicht einen einzigen Ton spielen, wenn es nicht live wäre. Und das machen die verdammt gut.“). Dabei gab der Künstler seiner Band auch immer wieder viel Raum zur Entfaltung – wie im Song „Es geht um mehr“, als Backgroundsängerin Bella neben dem Solo-Part auch im Duett mit ihm sang. Bei „Das schöne Mädchen von Seite 1“ hingegen durfte Leon Taylor in einem Rap-Solo-Part glänzen.
Ein anderes Duett hingegen erwartete die Bremer Fans im Vorfeld sicher nicht: Mitten im Konzert kam Howard Carpendales Sohn Wayne auf die Bühne – um mit ihm „Stand By Me“ zu singen – es war erst das zweite Mal, dass sie gemeinsam auf einer Bühne sangen. Und damit ein großes Glück für alle Fans, die in Bremen dabei waren (mehr dazu hier ausführlich)!
Howard Carpendale zeigt Haltung und prangert „Die Großen dieser Erde“ an
Das machte das Konzert noch persönlicher. Allgemein zeigte sich die Schlagerlegende bei seinem Abschiedskonzert in Bremen sehr nahbar. So hatte er nicht nur manches Mal einen lockeren Spruch auf den Lippen, sondern machte auch mehrmals deutlich, wie sehr ihn das aktuelle Weltgeschehen beschäftigt. So gestand der Musiker: „Ich mache mir sehr viel Sorgen um die Zukunft. Wir sind acht Milliarden Menschen auf dieser Erde. Im Moment habe ich das Gefühl, dass vielleicht 15, 20 Menschen, die mit unserer Welt umgehen, als hätten sie kein Interesse an irgendetwas… außer daran, Geld zu verdienen. „Damit prangerte er erneut sehr offen US-Präsident Donald Trump an. Aber auch unsere Politiker hierzulande kritisierte Howard Carpendale. „Ich frage mich manchmal, ‚haben unsere Politiker überhaupt Ahnung?‘ – sein Beweggrund war hier eindeutig – es ging unter anderem um die aktuellen Benzinpreise, die den Bürgern schwer auf der Tasche liegen. Damit sprach der Musiker den Menschen aus der Seele, den man merkt: Die Leute ächzen ohnehin schon vor Kosten… und jetzt ist auch noch das Benzin so teuer wie nie zuvor. Sehr treffend war hier die Zeile: „Hört endlich auf zu reden, was keiner mehr versteht. Wir Menschen wollen wissen, wie es nur weitergeht“ aus dem Song „Ihr Großen dieser Erde“.
Keine Frage, Howard ist einer von uns… und als er in Bremen „Unter einem Himmel sang“, da hatte man kurz das Gefühl, die Welt ist wirklich endlich friedlich. Alle 4500 Zuschauer lauschten ihm gebannt und applaudierten anschließend lautstark.
Und eben diesen 4500 Zuschauern schenkte Howard – zumindest für diese gut zweieinhalb Stunden Ablenkung von dem, was draußen geschieht.
Howard Carpendale: DAS plant er nach seiner Abschiedstour
Im letzten Drittel des Konzertes wurde die Stimmung immer ausgelassener, beim Titel „Mit viel, viel Herz“ stürmten zahlreiche Zuschauer ganz nach vorne an die Bühne… als danach ein Medley aus den großen Hits um „Deine Spuren im Sand“ oder auch „Nachts, wenn alles schläft“ folgte, hielt es endgültig niemanden mehr auf seinem Sitzplatz – die Zuschauer in der ÖVB-Arena standen… sie sangen, sie klatschten und feierten. Wohl ein letztes Mal in so einer großen Kulisse mit Howard Carpendale, der bekanntlich – wie er auch noch einmal betonte – keine großen Tourneen und Shows mehr machen will…
Doch ohne Bühne kann er nicht, das machte die Musiklegende deutlich. Offen verriet dabei auch, dass er plane, beispielsweise im CCH in Hamburg drei bis fünf Abende hintereinander kleinere Konzerte zu geben.So ganz geht Howard also noch nicht – zum Glück, denn er ist in der Form seines Lebens, wie sich in der Zugabe „Sophia Loren“ einmal mehr zeigte.
Chapeu an Howard Carpendale und seine grandiose Band für diesen Konzertabend – der Unterhaltung mit Haltung bot. Und auf allen Ebenen bewegte! Nach dem Tourfinale am 18.04.26 geht der Star vom 20.07. bis 03.09.26 auf Open Air Tour – direkt gibt es DIREKT HIER!








