Manchmal spürt man bereits beim Betreten einer Veranstaltungshalle, dass etwas Besonderes in der Luft liegt. Genau dieses Gefühl begleitete die Besucher beim ersten Schlagerfestival St.Gallen auf dem Gelände der Olma Messen. Rund 3.000 Schlagerfans sorgten für eine beeindruckende Kulisse und machten die Premiere zu einem Abend, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.
Bereits mit dem Opening wurde deutlich: Hier stand nicht irgendein Moderator auf der Bühne. Alpenland Sepp führte durch den Abend – und allein sein Name sorgt in der Schweiz bis heute für Respekt und Begeisterung. Als ehemaliger Bandleader des legendären Alpenland Quintetts zählt er seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Persönlichkeiten der Schlager- und Volksmusikszene. Man könnte fast sagen: In der Schweiz kennt ihn jeder. Seine Erfahrung, seine natürliche Art und seine Nähe zum Publikum machten ihn einmal mehr zum perfekten Gastgeber. Ein Profi durch und durch, der das Publikum vom ersten Moment an mitnahm. Dass er zudem der Vater von Mitveranstalterin Jasmine Silberberger ist, verlieh der Premiere eine zusätzliche persönliche Note.
Für einen der ersten großen Höhepunkte des Abends sorgte anschließend Nadin Meypo. Für die sympathische Sängerin war es der erste Auftritt überhaupt in der Schweiz – Nervosität war davon jedoch nicht zu spüren. Mit ihrer natürlichen Ausstrahlung, viel Bühnenpräsenz und einem abwechslungsreichen Programm zog sie das Publikum von Beginn an in ihren Bann.
Bereits nach wenigen Minuten stand die gesamte Halle. Rund 3.000 Besucher feierten, klatschten und sangen begeistert mit. Die Schweizer Schlagerfans dankten es ihr mit begeisterten Ovationen und einer Stimmung, die den weiteren Verlauf des Abends entscheidend mitprägte.
Wer Nadin Meypo bislang noch nicht auf dem Schirm hatte, dürfte sich ihren Namen spätestens nach diesem Abend gemerkt haben. Mit ihrer Mischung aus Power, Ausstrahlung und gesanglicher Qualität empfahl sie sich eindrucksvoll für weitere Auftritte in der Schweiz und dürfte künftig auch dort als echter Geheimtipp gehandelt werden.
Mit Joey Heindle folgte anschließend ein Künstler, der sich in den vergangenen Jahren längst seinen festen Platz in der Schlagerszene erarbeitet hat. Locker, sympathisch und publikumsnah präsentierte er sich den Besuchern und überzeugte mit seiner authentischen Art. Spätestens bei seinem aktuellen Nummer-1-Hit „Schwer zu erklären“ wurde deutlich, wie sehr seine Musik mittlerweile beim Publikum angekommen ist.
Danach betraten die Calimeros die Bühne – und spätestens jetzt war zu spüren, welchen Stellenwert diese Formation in der Schweiz genießt. Die Kultband gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten und beliebtesten Schlagergruppen des Landes. Kaum eine andere Formation hat die Schweizer Schlagerszene über Jahrzehnte hinweg so geprägt wie die Calimeros. Entsprechend groß war die Begeisterung im Saal. Viele Besucher sangen nahezu jeden Titel auswendig mit. Die Calimeros lieferten genau das, was ihre Fans seit Jahren an ihnen schätzen: ehrlichen Schlager, eingängige Melodien und eine große Portion Heimatgefühl.
Nach der Pause war es an Swen Tangl, die Stimmung sofort wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Mit seiner Steirischen Harmonika, jeder Menge Charme und seinem unverwechselbaren Mix aus volkstümlichen Klängen, modernen Partysounds und Schlager gelang ihm dies eindrucksvoll.
Besonders sein aktueller Titel „Guru dell’Amore“ erwies sich als echter Stimmungsgarant. Innerhalb kürzester Zeit hatte er das Publikum wieder fest im Griff und brachte die Halle zum Mitsingen, Mitklatschen und Feiern. Dabei zeigte Swen Tangl einmal mehr, warum er derzeit zu den spannendsten und vielseitigsten Künstlern der österreichischen Schlagerszene zählt. Seine Energie auf der Bühne übertrug sich unmittelbar auf die Besucher und sorgte für beste Festivalstimmung.
Anschließend übernahmen Fantasy das musikalische Kommando. Das Erfolgsduo zählt seit vielen Jahren zu den absoluten Publikumslieblingen im deutschsprachigen Schlager. Mit ihren großen Hits und ihrer lockeren Bühnenpräsenz sorgten sie für zahlreiche emotionale Momente. Kaum erklangen die ersten Töne ihrer bekanntesten Titel, verwandelte sich die Halle in einen großen Mitsing-Chor. Die Nähe zu ihren Fans und ihre unverwechselbaren Songs machen Fantasy seit Jahren zu einem festen Bestandteil jeder großen Schlagerveranstaltung.
Der Höhepunkt des Abends folgte schließlich mit Maite Kelly. Die Ausnahmekünstlerin zeigte einmal mehr, warum sie zu den größten Namen der Branche gehört. Sie begeisterte nicht nur mit ihrer Stimme und ihren Hits, sondern vor allem mit ihrer außergewöhnlichen Nähe zum Publikum. Immer wieder suchte sie den direkten Kontakt zu ihren Fans, ging durch die Reihen und schuf Momente, die man nicht planen kann. Authentisch, herzlich, humorvoll und voller Energie – eben typisch Maite Kelly.
Doch auch nach dem Headliner war noch lange nicht Schluss. Die Mountain Crew übernahm die Aufgabe, die Stimmung auf dem Höhepunkt zu halten – und meisterte diese mit Bravour. Mit ihrer Mischung aus Party, Alpenrock und modernen Sounds sorgte die Formation für einen fulminanten Abschluss des Abends. Die Schweizer Fans erwiesen sich dabei einmal mehr als äußerst dankbares Publikum, das genau weiß, wie man feiert.
Beeindruckend war jedoch nicht nur das Bühnenprogramm. Die gesamte Veranstaltung war von Anfang bis Ende professionell organisiert. Man spürte die Erfahrung der drei Partner Silberberger Management, Gade World und Olma Messen St.Gallen, die sich eigens für dieses Festival zusammengeschlossen hatten. Gleichzeitig war überall die Leidenschaft zu erkennen, mit der dieses Projekt umgesetzt wurde – eine Leidenschaft, die man in dieser Form heute nicht mehr allzu oft erlebt.
Bereits der exklusive VIP-Empfang setzte besondere Akzente. Die Gäste erhielten früheren Einlass, konnten in entspannter Atmosphäre mit Künstlern ins Gespräch kommen, Erinnerungsfotos machen und bei einem Glas Sekt den Abend beginnen. Dazu kam eine moderne Bühnenproduktion mit beeindruckender Lichttechnik und einem hochwertigen Bühnenbild, das dem Festival einen würdigen Rahmen verlieh.
Die Premiere des Schlagerfestivals St.Gallen hat eindrucksvoll gezeigt, dass das Schlagerpublikum keineswegs verschwunden ist – ganz im Gegenteil. Die Begeisterung, die Stimmung und die ausverkaufte Halle sprechen eine deutliche Sprache. Gerade in Zeiten, in denen immer wieder behauptet wird, das Interesse an Schlagerveranstaltungen nehme ab und selbst langjährige TV-Formate mit der Begründung eingestellt werden, es gäbe kein Publikum mehr, setzte St.Gallen ein starkes Zeichen.
Die Veranstalter dürfen sich zu einer rundum gelungenen Premiere gratulieren. Und die Fans dürfen sich bereits jetzt freuen: Aufgrund des großen Erfolgs wird das Schlagerfestival St.Gallen am 3. April 2027 in die zweite Runde gehen. Die Basis für eine neue Schlagertradition in der Ostschweiz ist jedenfalls gelegt.
Wer an diesem Abend dabei war, spürte vor allem eines: Schlager lebt. Und wie.
Verwendete Quellen: Gastbeitrag