Lucas Fendrich über seinen Vater Rainhard Fendrich und wie er seinen eigenen Weg geht: „Der Name ist Fluch und Segen zugleich“

Lucas Fendrich über seinen Vater Rainhard Fendrich und wie er seinen eigenen Weg geht: „Der Name ist Fluch und Segen zugleich“
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© Manfred Baumann

Sein Vater Rainhard Fendrich ist eine Austropop-Legende und auch er ist musikalisch im selben Genre unterwegs – doch Lucas Fendrich geht seinen Weg konsequent auf eigenen Beinen stehend. Das macht der Musiker jetzt im exklusiven Interview mit Schlagerpuls.com deutlich. Dabei sprach Lucas auch offen darüber, wie Vergleiche zu seinem Vater für ihn sind und wie er damit umgeht!


Schlagerpuls.com: Wie wichtig ist es dir, deinen eigenen Weg zu gehen? Du hast ja einen sehr berühmten Vater, der eine absolute Legende im Austropop ist.

Lucas Fendrich: „Ich denke da gar nicht so viel darüber nach, ehrlich gesagt. Ich war schon vor sieben, acht Jahren in Los Angeles mit meinem englischsprachigen Projekt „Hanger“ sehr erfolgreich. Wir waren haben auch einen Soundtrack zur Netflix-Serie ‚Tote Mädchen lügen nicht‘ beigesteuert, das war damals die erfolgreichste Netflix-Serie weltweit.

Wir waren also eine Zeit lang ziemlich gut unterwegs, bis uns Corona quasi das Genick gebrochen hat. Ich hatte gerade meine erste US-Tour, und nach der zweiten Show in New York war es vorbei, weil überall Lockdown war. Dann sind wir alle zurück nach Österreich, und danach waren drei Jahre Funkstille. Das Problem ist: Wenn du einmal von der Welle runter bist, ist es schwierig. Amerika und gerade Los Angeles sind ein sehr schnelllebiges Business. Deswegen konnten wir dort leider nicht wirklich Fuß wieder fassen. Wir haben auch sehr viel Geld verloren, weil wir die ganze Tour vorfinanziert hatten. Wir haben uns dann aufgeteilt. Der eine ist stärker ins Musikgeschäft eingestiegen, ein anderer ins Management gewechselt. Dadurch hat sich die Band ein bisschen entzweit. So habe ich mich an deutschsprachige Musik herangewagt. Mir ist natürlich bewusst, dass dadurch eine gewisse Angriffsfläche für Vergleiche entsteht, weil mein Vater auch deutsch singt. Dass wir vom Stimmklang her ähnlich klingen, ist auch nichts Neues. Ich sage immer: Man kann seinen genetischen Gesichtszügen nicht entfliehen.“


Schlagerpuls.com: Zumal es ja auch nicht verwerflich ist, die Musik liegt dir im Blut und du hast ja einen ganz anderen Stil als dein Vater.

Lucas Fendrich: „Ja und ein Duett wird es erst geben, wenn ich die Wiener Stadthalle aus eigener Kraft ausverkaufe. Dann kann ich meinen Vater für einen Song auf die Bühne holen. Aber davor wird das nicht passieren. Ich verstehe natürlich, dass viele Eltern versuchen, ihre Kinder mitzuziehen und zu promoten. Davon distanziere ich mich eher, weil ich mir nicht nachsagen lassen möchte: ‚Er hat es ja nur geschafft, weil er ständig mit seinem Vater Duette singt und bei dessen Konzerten spielt.‘

Es würde den Weg sicherlich beschleunigen. Aber es läuft auch so sehr gut dafür, dass ich das erst seit eineinhalb Jahren mache. Wir haben dieses Jahr schon sehr viele Konzerte gespielt. Und dass ich mit mehreren Singles im Radio stattfinde, ist auch schön.“

Schlagerpuls.com: Macht dich das umso stolzer?

Lucas Fendrich: „Definitiv. Der Name ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits ist er vielleicht ein bisschen Türöffner, das stimmt. Andererseits wird man viel stärker unter die Lupe genommen und bewertet. Der Name legt die Latte einfach hoch, und dann erwarten die Leute etwas anderes, als wenn du ein unbeschriebenes Blatt bist.“

Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Chefredakteur

Kevin Drewes ist seit über 10 Jahren im Schlager unterwegs und bringt als Chefredakteur seine ganze Erfahrung und Leidenschaft mit hinein. Kein anderer kann solch eine Expertise wie er vorweisen.

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