Ein halbes Jahrhundert ist vergangen, seit Harpo (76) mit „Moviestar“ die europäischen Charts eroberte. Millionen Menschen sangen den Refrain mit, der Song wurde zum Welthit. Heute lebt der schwedische Musiker ein völlig anderes Leben. Statt Tourbus und Tonstudio bestimmen Pferde, Stallarbeit und die Natur seinen Alltag. Nur noch gelegentlich zieht es ihn auf die Bühne. Bei der Aufzeichung zu seinem sehr seltenen TV-Auftritt beim „Sommer-Spaß mit Andy Borg“ (Ausstrahlung am 08.08.26 um 20.15 Uhr im MDR & SWR) in Rust sprachen wir mit Harpo.
Harpo: Was macht er heute?
„Ich lebe seit vielen Jahren auf einem Bauernhof und züchte Pferde“, erzählt Harpo im exklusiven Interview mit Schlagerpuls.com und ergänzt: „Früher hatte ich deutlich mehr Pferde. Heute sind es noch vier. Aber das ist auch schon sehr viel Arbeit.“
Das ARD-Magazin BRISANT besuchte den Sänger 2010 anlässlich seines 60. Geburtstags auf seinem Hof in Südschweden. Damals beschrieb Harpo den Hof als den Ort, an den er nach Konzerten immer wieder gerne zurückkehrt. Seine Frau Carina erzählte in dem Beitrag, wie wichtig ihrem Mann das Leben mit den Tieren und die Ruhe auf dem Land seien. Auch gegenüber der schwedischen Tageszeitung Aftonbladet erklärte Harpo Ende 2021, dass er seinen Betrieb im Laufe der Jahre bewusst verkleinert habe. Früher habe er deutlich mehr Trabrennpferde gehalten und zusätzlich Landwirtschaft betrieben. Mit zunehmendem Alter genieße er das ruhigere Leben auf seinem Hof umso mehr.
Harpo: Die Pferde wurden zur zweiten Leidenschaft
Dass Harpo heute so selbstverständlich über Pferde spricht, überrascht kaum. Schon während seiner erfolgreichen Musikkarriere begann er mit der Zucht von Trabrennpferden. Die Tiere wurden zu seiner zweiten großen Leidenschaft. „Vor zwei Tagen hat eines meiner Rennpferde sogar gewonnen“, erzählt er nicht ohne Stolz im Interview mit uns.
Mit den Pferden verbindet ihn allerdings auch die schwerste Zeit seines Lebens. 1980 wurde Harpo bei einem Trainingsunfall von einem Pferd im Gesicht getroffen und verlor dadurch das Sehvermögen auf dem rechten Auge. Über den Unfall spricht er heute nur selten. Bereits im BRISANT-Porträt von 2010 machte er deutlich, dass er seinem Pferd niemals die Schuld gegeben habe. Es sei ein tragisches Unglück gewesen, sagte er damals. In einem Interview mit Aftonbladet erklärte Harpo 2021 außerdem, dass ihn die Folgen bis heute begleiten. Neben der Erblindung auf einem Auge habe er auch seinen Geruchssinn verloren. Trotzdem betonte er gegenüber der Zeitung: „Ich habe ein gutes Leben.“
Harpo: Seltener TV-Auftritt in Deutschland
Ganz verschwunden ist Harpo aus der Musikwelt nicht. Große Tourneen liegen zwar längst hinter ihm, doch für ausgewählte Konzerte und Fernsehauftritte kehrt er immer wieder ins Rampenlicht zurück. Einer dieser seltenen Auftritte ist beim „Sommer-Spaß mit Andy Borg“.
Wer Harpo heute begegnet, trifft keinen Künstler, der vergangenen Erfolgen nachtrauert. Vielmehr wirkt der Schwede zufrieden mit dem Leben, das er sich aufgebaut hat. Der Welthit „Moviestar“ wird ihn wohl für immer begleiten. Doch wenn Harpo heute über seinen Alltag spricht, geht es nicht zuerst um Goldene Schallplatten oder ausverkaufte Hallen. Es geht um seine Pferde.
„Früher hatte ich viele Pferde“, verrät er uns. „Heute sind es nur noch vier. Aber das ist auch schon genug Arbeit“, stellt er klar. Ein Satz, der vielleicht besser als jeder andere beschreibt, wie Harpo heute lebt: bodenständig, ruhig – und ganz bewusst abseits des großen Starrummels.
