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Giovanni Zarrella feiert emotionalen Tour-Auftakt in Oberfranken: Eine „italienische Sommernacht“ in „Bindlacho“

Giovanni Zarrella feiert emotionalen Tour-Auftakt in Oberfranken: Eine „italienische Sommernacht“ in „Bindlacho“

Fränkische Latinos im Italo-Fieber

© Schlagerpuls.com / Sylvia Flick

Ein lauer Wind, der Duft von Pizza in der Luft und pure Lebensfreude im Herzen: Am Freitagabend verwandelte Giovanni Zarrella das Festgelände zum Steig in Bindlach bei Bayreuth in ein pulsierendes Stück Italien. Zum fulminanten Auftakt seiner großen Open-Air-Tournee „Eine italienische Sommernacht 2026“ machte Deutschlands Lieblingsitaliener ausgerechnet in einem 7.500-Einwohner-Ort in Oberfranken Station. Beim ausverkauften Radio Mainwelle Open Air bewies der Entertainer ab der ersten Sekunde, was diesen Sommer das absolute Motto ist: pure Emotionen, ansteckender Rhythmus und eine Nähe zum Publikum, die man so im Pop-Business nur noch ganz selten findet.



Schon vor der Show heizten Pino Barone & Band den zahlreich erschienenen Fans ordentlich ein, während sich lange Schlangen an den Ständen bildeten. Pünktlich um 20 Uhr betrat Giovannis hochkarätige Band unter der Leitung von Christoph Papendieck die Bühne – in diesem Jahr übrigens mit einer perfekt ausgeglichenen Frauenquote an den Instrumenten, wie Gio später stolz und mit einem Augenzwinkern betonte. Als der Sänger selbst im Scheinwerferlicht erschien und den Toto-Cutugno-Klassiker „L’Italiano“ anstimmte, gab es auf dem Festgelände kein Halten mehr. Die ersten Hüftschwünge saßen und das Eis im beschaulichen Oberfranken war sofort gebrochen.

Willkommen in „Bindlacho“: Zwischen Comedy und ganz viel Herz

„Jeder Stadt, in der ich bin, gebe ich einen italienischen Namen. Bei Bindlach ist mir der unglaubliche Name Bindlacho aufgefallen“, scherzte Giovanni und hatte die Lacher sofort auf seiner Seite. Überhaupt fühlte sich der Abend wie eine wunderbare Mischung aus mitreißendem Konzert, emotionaler Storytime und nahbarer Comedyshow an. Zarrella frotzelte über das beschauliche Dorfleben („Ca. 7.500 Einwohner, einfach eure ganzen Häuser sind gerade leer. Alle Einbrecher so: Boah, top! Weitermachen!“), schwelgte im nächsten Moment aber in tiefen Erinnerungen an seine Jugend.

„Wie mein Papa Bruno es mir als Teenager in der Pizzeria in Hechingen beigebracht hat: Wenn die Gäste reinkommen, müssen wir sie am Ende des Abends glücklicher nach Hause schicken, als sie angekommen sind“, erzählte er sichtlich bewegt. Und dieses Versprechen löste er ein. Bei Hits wie „Ci Sarai“ (seiner italienischen Version von Nenas „Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann“) sang das Publikum textsicher mit, während Giovanni bei „Discoteca Italiana“ und „Fantastico“ das erste Mal direkt ins Publikum eintauchte, Plakate unterschrieb und Familien mit Selfies begrüßte.



Album-News und die große Zeitreise zu „25 Jahre Giovanni“

Zwischen all der ausgelassenen Partystimmung droppte Giovanni auch brandheiße Neuigkeiten zu seinem kommenden Projekt. Er verriet den Fans in Bindlach, dass er in den letzten Monaten in Vancouver (Kanada) intensiv an seinem neuen Album gearbeitet hat, das dem Thema „Italian Songbook“ gewidmet ist. Die absolute Sensation: Niemand Geringeres als Weltstar Michael Bublé wird auf der Platte für ein wunderschönes Duett an Giovannis Seite zu hören sein! Einen ersten Vorgeschmack gab es mit einer hochemotionalen Version von Jimmy Fontanas 70er-Jahre-Klassiker „Il Mondo“. Ein Song, der Mut machen soll, auch wenn man geliebte Menschen verloren hat. Es war ein Moment, in dem der Platz stillhielt und der Künstler danach sichtlich schlucken musste, weil ihn die Tränen in den Augen seiner Fans so tief berührten.

Die emotionale Achterbahnfahrt ging weiter, es wurde richtig persönlich: Giovanni lud das Publikum zu einer hochemotionalen Zeitreise ein, denn in diesem Jahr feiert er sein sage und schreibe 25-jähriges Bühnenjubiläum. „Vor 25 Jahren ist es losgegangen, dieses wunderschöne Abenteuer mit der Musik“, begann er sichtlich ergriffen zu erzählen. Doch bevor ihn ganz Deutschland durch Bro’Sis kennenlernte, gab es da einen kleinen Jungen im Schwabenland, der unsterblich in die Musik verliebt war. Giovanni erinnerte sich lautstark an sein absolutes Idol: Michael Jackson. „Als ich ihn das erste Mal sah, konnte ich gar nicht fassen, was er da auf der Bühne macht. Der Moonwalk, die Drehungen, das Stehen auf den Zehenspitzen – es hat mich völlig gefesselt.“ Lachend fügte er hinzu, dass sein ganzes Kinderzimmer mit Postern tapeziert war und er sogar seinen Röhrenfernseher heimlich mit kleinen Bravo-Aufklebern des King of Pop vollgeklebt hatte – sehr zum Leidwesen seiner Mutter. Passend dazu packte Giovanni seine besten Dancemoves inklusive fehlerfreiem Moonwalk aus und performte ein geniales Cover von „Billie Jean“.

In den 90ern saugte er dann alles auf, was die Eurodance-Welle hergab – von 2 Unlimited bis Culture Beat. Als junger Newcomer klapperte er im ganzen Schwabenland jeden Talentwettbewerb, jedes Stadtfest, jede Hochzeit und jeden Geburtstag ab, immer bewaffnet mit seinen treuen Maxi-CDs, auf denen die Instrumentalversionen seiner Songs parat lagen. 2001 kam dann die eine, alles verändernde Chance beim Mega-Casting in Stuttgart. Unter 15.000 Bewerbern setzte er sich durch und wurde Teil von Bro’Sis. Bei der anschließenden, gekürzten Performance der Debütsingle „I Believe“ flippte das Bindlacher Publikum völlig aus – pure Nostalgie lag in der Luft und schickte die Fans direkt zurück in ihre eigene Jugend.



Doch Giovanni verschwieg auch die Schattenseiten des Erfolgs nicht. Nach fünf unglaublich erfolgreichen Jahren trennten sich Bro’Sis im Jahr 2006. „Das war für mich persönlich eine unglaublich große Veränderung, die ich so nicht habe kommen sehen. Es war sehr, sehr schwierig und ich musste mich komplett neu erfinden.“ Zwischen 2006 und 2009 durchlebte er die schwerste Krise seines Lebens. Er wollte seine Familie und seine Frau Jana-Ina, die damals schon an seiner Seite war, stolz machen, doch die ersten drei Jahre als Solokünstler fühlten sich an wie ein Albtraum. In dieser dunklen Zeit, in der sich kaum jemand für ihn interessierte, wurde ein anderer Weltstar zu seinem musikalischen Rettungsanker: Robbie Williams. Giovanni nahm die Geschichte von Robbie als Vorbild, der nach seinem Aus bei Take That ebenfalls mehrere Anläufe und den Welthit „Angels“ brauchte, um nicht von der Plattenfirma gedroppt zu werden. „Ich habe damals gehofft, dass ich irgendwann mein eigenes ‚Angels‘ finde“, verriet Giovanni der Arena. Dieses persönliche Wunder kam für ihn schließlich 2019 mit seinem großen Comeback-Album „La Vita e Bella“. Als Widmung an alle, die heute Abend selbst ein bisschen Hoffnung und Liebe brauchen, stimmte er ein monumentales Cover von „Angels“ an, während das Festgelände in einem gigantischen Sternenmeer aus tausenden Handylichtern versank.

Rosenregen und ein historisches Ortsschild

Nach Ausflügen zu seiner „Sing meinen Song“-Erfahrung mit dem Rap-Cover „Bella Italia“ (Original „Lebenslang“ von Tream) und einem wilden Latin-Medley aus „Baila Baila“ und „Volare“ (bei dem eine Bläserin vor lauter Tanzen sogar ihren Ohrring verlor), wurde es wieder wunderbar italienisch. Zu den Klängen von „Che sarà“ verteilte das Team – und Giovanni selbst – hunderte Rosen im Publikum, was für laute „Giovanni“-Chöre sorgte.



Vor dem großen Finale gab es noch ein herrlich amüsantes Rätzelraten um den letzten Song, bei dem Giovanni unter anderem Eros Ramazzotti imitierte und die Fußball-Hymne „Un Estate Italiana“ als Glücksbringer für die deutsche Nationalmannschaft anstimmte. Mit dem 80er-Jahre-Klassiker „Sempre Sempre“ eskalierte die Stimmung in der oberfränkischen Nacht endgültig.

Der Schlüpfer bleibt an, das Schild wird umbenannt

Die ohrenbetäubenden Zugaberufe lockten die Band schnell wieder zurück – und sorgten für die nächste Slapstick-Einlage des Abends: Ute, eine Mitarbeiterin des Veranstalters, stürmte die Bühne und bedauerte lachend, dass sie ihren Baumwollschlüpfer eigentlich auf die Bühne werfen wollte, ihn aber leider noch anhabe. Mit dieser genialen Energie startete der absolute Party-Abriss: „Dammi“ (seine ikonische Wahnsinn-Version von Wolfgang Petry) verwandelte das Open Air in ein fränkisches „Rock am Ring“. Selbst die Security und das Rote Kreuz klatschten euphorisch mit.

Mit dem Abschiedssong „Tornero“ und einem letzten, gigantischen Lichtermeer bedankte sich ein sichtlich gerührter Giovanni Zarrella für die unendliche Wärme des Publikums. Doch Bindlacho hatte noch ein letztes Ass im Ärmel: Nach einem gemeinsamen Countdown auf Italienisch erleuchtete ein spektakuläres Schlussfeuerwerk den Himmel über Oberfranken. Ein magischer, absolut perfekter Abschluss für eine Nacht, die alle Beteiligten wohl noch sehr lange im Herzen tragen werden. Und das Beste? Schon kurz nach der Show tauchten die ersten Fotos im Netz auf: Das offizielle Bindlacher Ortsschild war von kreativen Fans kurzerhand in „Bindlacho“ umbenannt worden. Versprechen gehalten, Giovanni!

Fotogalerie

Giovanni Zarrella: Die schönsten Fotos vom Tour-Auftakt in Bindlach am 05.06.26

Giovanni Zarrella: Die schönsten Fotos vom Tour-Auftakt in Bindlach am 05.06.26
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