Phil Olavide über seine Heimat und die volkstümliche Musik: „Der Mensch will glücklich sein, er braucht die heile Welt“

Phil Olavide über seine Heimat und die volkstümliche Musik: „Der Mensch will glücklich sein, er braucht die heile Welt“
Exklusiv
Herzliche Worte!
© Kevin Drewes / Schlagerpuls.com

Musiker und Moderator Phil Olavide liebt und lebt seine Heimat – und das hört man auch in seinen Liedern. Doch warum ist ihm das so wichtig? Und wo genau holt er sich die Inspiration für seine Lieder? Im exklusiven Interview bei den „Goldenen Herbstklängen“ in Tirol mit Schlagerpuls.com verriet Olavide es!


Schlagerpuls.com: Was bedeutet es dir, deine Heimat in deinen Songs zu repräsentieren?

Phil Olavide: „Wenn ich einen Schlager schreibe, brauche ich auch ein Thema dazu: entweder einen Tag, den man erlebt hat, oder einfach Gefühle, die man loswerden und nicht schubladisieren will.

Über meine Heimat zu schreiben, ist eigentlich relativ einfach. Das Thema liegt auf der Hand. Die U-Bahn ist da, und wir haben ja alles miterlebt, wie das gewachsen ist. Wir haben das Ganze mitgetragen und miterlebt. Wir kennen die Philosophie und die Geschichte dahinter, warum das entstanden ist. Das wird dann einfach in einem volkstümlichen Schlager als Text verpackt.

Genauso ist es mit dem Tiroler Land, meinem Heimatland. Das liegt mir sehr am Herzen, einfach weil wir diese vier Jahreszeiten haben. Der goldene Herbst, die schönste Zeit – und im Winter geben wir natürlich Vollgas. Dann gibt es den Frühling, in dem neue Emotionen aufkommen und alles wieder neu erwacht. Und natürlich die Sommerzeit, in der wir unsere Touristen wieder hier haben und selbst wandern, Rad fahren und vieles mehr.“

Schlagerpuls.com: Du machst ja nicht nur Heimat-Musik, sondern auch andere sehr schöne Songs. Woher holst du dir die Inspiration dafür?

Phil Olavide: „Die Inspiration hole ich mir nicht gezwungenermaßen, sondern aus irgendeinem Thema. Ich brauche immer einen Aufhänger dahinter. Wenn ich zum Beispiel sage: „Weiße Wolken, weiße Wolken wollen schweben“, dann sehe ich einfach unser Bild oberhalb von Serfaus-Fiss-Ladis oder unser Dach oberhalb von Serfaus-Fiss-Ladis. Dann fängt es an: Was kann man damit machen? Was hast du hier schon erlebt? Was möchtest du mit diesen Wolken? Möchtest du eigentlich über diese Region schweben? Möchtest du etwas erleben? Möchtest du deinen Gefühlen freien Lauf lassen? – das ist die Inspiration, und so verpacke ich das dann natürlich in einen Text, der verständlich rüberkommen muss. Ich will ja kein Künstler sein, der sagt: „Ich schreibe nur für mich, und wenn es euch nicht gefällt, bleibt ihr eben zu Hause.“ Das ist nicht das, was ich will. Wenn ich etwas mache, möchte ich, dass es die Leute berührt und dass sie sich etwas darunter vorstellen können. Sie sollen denken: „Aha, das ist das Thema, und darum geht es.“ Das ist wichtig in der Schlagerwelt.“


Schlagerpuls.com: Glaubst du, dass diese Musik gerade wichtiger denn je ist, weil man sich damit identifizieren, sich verbunden fühlen und auch in eine heile Welt flüchten kann?

Phil Olavide: „Ja, ich glaube, das hat es immer schon gegeben – und das wird es auch immer. Momentan ist es umso wichtiger. Was auf der Welt passiert, weiß ja jeder. Das wollen wir jetzt gar nicht ansprechen. Aber auch angesichts dieser Modernisierung, der KI, der Robotik, der Humanoiden und so weiter braucht man sich bald keine Gedanken mehr zu machen. Doch der Mensch hat Gefühle. Das ist das Allerwichtigste.

Der Mensch will glücklich sein, er braucht die heile Welt, Emotionen und Gefühle. Das können wir mit dieser Musik eben noch vermitteln. Wenn daraus KI-Musik wird, fehlen die Emotionen. Das sind dann zwar vielleicht gute Texte, aber sie berühren einen nicht mehr. Berühren kann dich nur ein Mensch, der auch Mimik hat, eine Persönlichkeit ist und auch eine besondere Stimme mit einem Wiedererkennungswert.“

Frage: Arbeitest du schon wieder an neuer Musik?

Phil Olavide: „Natürlich, ich habe schon wieder zwei Titel im Ärmel. Beispielsweise möchte ich einen Weihnachtstitel schreiben. Da ich auch halb Spanier bin, ist ja immer dieses spanische Flair mit dabei. Ein bisschen „Te amo“ heißt das auf Spanisch. Ich habe auch einen modernen Titel in der Hinterhand, den mache ich aber erst im Frühjahr. Dann sagen wir: Wir machen einen fetzigen Schlagertitel. Der heißt dann „Hola mi corazón“ – natürlich auf Deutsch, aber mit einem spanisch verpackten Refrain.“

Bild von Kevin Drewes

Kevin Drewes

Chefredakteur

Kevin Drewes ist seit über 10 Jahren im Schlager unterwegs und bringt als Chefredakteur seine ganze Erfahrung und Leidenschaft mit hinein. Kein anderer kann solch eine Expertise wie er vorweisen.

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