John Jürgens spricht über neuen Remix von „Ich war noch niemals in New York“ – hätte seinem Vater die Romero Version gefallen?

John Jürgens spricht über neuen Remix von „Ich war noch niemals in New York“ – hätte seinem Vater die Romero Version gefallen?
Spannend!
© Sony Music

Fast 45 Jahre nach dem Erscheinen des Originials hat der Produzent Agatino Romero den Udo Jürgens Klassiker „Ich war noch niemals in New York“ ins Jahr 2026 geholt. Eine mutige Entscheidung. Doch wie konnte Romero hierfür John Jürgens, Verwalter des musikalischen Erbes seines Vaters, überzeugen? Im Generic-Interview verriet John es jetzt. Und ging dabei auch auf die Verbindung von seinem Vater zu New York ein – wo bekanntlich 2026 das WM-Finale stattfinden wird. 



John, als Verwalter des musikalischen Erbes Ihres Vaters tragen Sie eine große Verantwortung für den Erhalt und die Weiterentwicklung seiner Werke. Was war Ihr erster Gedanke, als die Idee aufkam, einen der bekanntesten Songs von Udo Jürgens für den WM-Sommer 2026 neu zu interpretieren? Was hat Sie und Ihre Familie letztlich an der Version von Agatino Romero überzeugt, diesen Klassiker für ein modernes Dance-Update freizugeben?

John Jürgens: „Mein erster Gedanke war natürlich: Das ist ein großer Klassiker und mit solchen Liedern geht man sehr behutsam um. Deshalb haben wir uns die Idee und vor allem die Umsetzung ganz genau angesehen. Entscheidend war für uns, dass der Charakter des Originals erhalten bleibt.“

Was uns an der Version von Agatino Romero überzeugt hat, war die Tatsache, dass sie die Emotion des Originals bewahrt und gleichzeitig einen modernen, frischen Sound mitbringt. Mein Vater war immer jemand, der sich musikalisch am Zeitgeist orientiert hat. Bei „Heute beginnt der Rest deines Lebens“ hört man zum Beispiel Einflüsse von Bands wie den Pet Shop Boys. Insofern hatten wir das Gefühl, dass dieser Remix den Song respektvoll in die Gegenwart holt und genau die Energie und das Gefühl transportiert, die zu einem WM-Sommer passen.

Sie arbeiten selbst seit vielen Jahren erfolgreich als DJ unter dem Namen John Munich. Wenn Sie den Remix rein aus der Perspektive eines DJs betrachten: Wie gut ist es Agatino Romero gelungen, die melancholische Sehnsucht des Originals in einen modernen Club-Track zu übersetzen? Und können Sie sich vorstellen, den Remix in diesem Sommer selbst aufzulegen?

John Jürgens: „Ich finde, Agatino Romero hat einen zeitgemäßen Crossover-Sound geschaffen. Die große Herausforderung bestand ja darin, die Sehnsucht und die gewisse Melancholie, die das Original ausmachen, nicht zu verlieren und gleichzeitig einen modernen Club-Track daraus zu machen. Dieser Spagat ist ihm gelungen.

Und ja, im richtigen Moment und am passenden Ort kann ich mir sehr gut vorstellen, den Song im Sommer auch selbst aufzulegen. Musik kann Menschen zusammenbringen, Emotionen und gemeinsame Erinnerungen schaffen.“



Ihr Vater hat Millionen Menschen von New York träumen lassen. Hat er Ihnen jemals erzählt, was ihn an dieser Stadt so faszinierte – oder gab es einen gemeinsamen Moment dort, in dem Sie verstanden haben, warum gerade New York für ihn zu einem Symbol von Freiheit und Aufbruch wurde?

John Jürgens: „New York war für meinen Vater immer etwas ganz Besonderes. Was ihn an dieser Stadt so fasziniert hat, war, wie Menschen verschiedenster Herkunft das Leben und die Gesellschaft in New York prägen. Diese Offenheit und Vielfalt der vielen unterschiedlichen Menschen haben ihn tief beeindruckt und inspiriert. Er hat New York immer als einen Ort gesehen, an dem aus den unterschiedlichsten Einflüssen etwas Neues entsteht.

Ganz persönlich hatte New York für ihn natürlich auch eine besondere Bedeutung. Er kam als junger Student mit denselben Hoffnungen und Träumen, die auch viele Einwanderer mitbrachten, in dieser Stadt an. Dieses Gefühl von Aufbruch und die Vorstellung, dass einem dort tausend Möglichkeiten offen stehen, haben ihn immer begleitet. Nicht umsonst sagt man: „If you can make it there, you can make it anywhere.““



Das Finale der Fußball-WM 2026 findet im MetLife Stadium im Großraum New York statt. Was glauben Sie: Wie hätte Ihrem Vater die Vorstellung gefallen, dass sein Song mehr als 45 Jahre später als moderner Remix ein Stück weit den Soundtrack eines WM-Sommers mit New York im Mittelpunkt liefert? Und sehen Sie in Projekten wie diesem eine Chance, die Musik Ihres Vaters auch einer jüngeren Generation näher zu bringen, die Udo Jürgens bislang vielleicht nur dem Namen nach kennt?

John Jürgens: „Wie mein Vater das gefunden hätte, darüber kann man natürlich immer nur spekulieren. Ich glaube, ihm hätte die Vorstellung gefallen, dass ein Song, der vor mehr als 44 Jahren entstanden ist, in einem neuen Gewand noch einmal Teil eines WM-Sommers werden kann. Und dass das Finale 2026 in New York stattfindet, hätte dem Ganzen für ihn sicherlich noch eine besondere Bedeutung gegeben.

Natürlich sehen wir in solchen Projekten auch eine Chance, die Musik meines Vaters immer wieder neu erlebbar zu machen. Hörgewohnheiten verändern sich und jede Generation entdeckt Musik auf ihre Weise. Wenn ein Remix dazu beiträgt, dass junge Menschen, die Udo Jürgens vielleicht bislang nur dem Namen nach kannten, neugierig werden und anschließend auch die Originalaufnahmen für sich entdecken, dann ist das etwas sehr Schönes. Denn es geht nicht darum, etwas zu ersetzen, sondern darum, seinen musikalischen Nachlass lebendig zu halten und neue Menschen dafür zu begeistern.“

Fd1aa421 2671 4512 8222 74935d03cb7c

Weitere News

Keine Top-News verpassen

Wer keine News mehr verpassen will, sollte unbedingt auch unseren kostenfreien Instagram-Broadcast beitreten!