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Giovanni Zarrella über „Sing meinen Song“: „Ich habe noch nie Probleme gehabt, Emotionen zu zeigen“

Giovanni Zarrella über „Sing meinen Song“: „Ich habe noch nie Probleme gehabt, Emotionen zu zeigen“

Offene Worte!

© RTL / Boris Breuer

Giovanni Zarrella spricht im Sender-Interview sehr offen über seine Erfahrungen bei „Sing meinen Song“ – dabei findet er offene Worte!



Giovanni, warum wolltest du unbedingt bei „Sing meinen Song“ dabei sein? 

Giovanni Zarrella: „Also, wenn man sowas annimmt oder sich auf sowas einlässt, muss es etwas sein, worauf man wirklich Lust hat, weil es auch sehr umfangreich ist. Und ich finde, man muss auch ein Fan sein von gewissen Projekten oder Ideen, auf die man sich einlässt. ‚Sing meinen Song‘ finde ich großartig, seit vielen, vielen Jahren. Eigentlich finde ich seit Staffel 1, dass das ein unglaubliches Format ist und ich wollte auch immer schon mal da mitmachen. Das heißt, das ist ein Format, auf das ich ja schon seit über 10 Jahren große, große Lust habe. Die Vorbereitung ist eigentlich zu wissen, wer dabei ist, sich dann seine ein, zwei Favoriten-Songs auszusuchen und dann finde ich es persönlich sehr, sehr wichtig, die dann schon auch in einem eigenen Stil zu verpacken. Bei mir ist es nicht nur, ich sag mal, musikalisch so, sondern auch von der Sprache her. Dass eine oder andere werde ich auf Italienisch singen. Ich habe auch sogar was auf Portugiesisch gesungen, also in der Sprache meiner Frau. Ich will so ein bisschen überraschen, aber auch den Künstlern zeigen, dass ich das mit großer Wertschätzung gemacht habe. Ich habe mich mit großer Wertschätzung an ihre Songs rangemacht, weil jeder auch einen großen Teil seiner Emotionen in den Songs immer liegen lässt und da muss man schon behutsam mit umgehen.“

Du wirst auf mehreren Sprachen singen – würdest du sagen, das macht deine Präsentationen besonders interessant?

Giovanni Zarrella: „Ja, ich glaub, dass das mit den Sprachen auf jeden Fall etwas ist, das einen großen Unterschied machen kann. Ein deutscher Pop-Hit, zum Beispiel von Mark Forster, klingt auf Italienisch doch noch mal anders und man denkt sich dann: ‚Warte mal kurz, ach so, krass, das ist ja der Song von Mark Forster, wie lustig oder wie interessant der auf Italienisch klingt.‘ Oder wenn es jetzt ein italienischer Künstler singen würde, das macht schon noch mal was aus. Also ich habe das jetzt nicht immer angewandt und nicht überall. Ich habe auch deutsche Texte geschrieben, aber ich habe es schon so ein bisschen als Trademark mit reingenommen.“



Hast du also versucht die Songs neu zu kreieren, oder versuchst du nah am Original zu bleiben?

Giovanni Zarrella: „Ich habe das mal so und mal so gemacht. Man muss sich ja immer vor Augen halten, dass der Künstler, der den Song geschrieben hat – wenn man an eine Ballade geht oder einen Song, der emotional ist – diesen Song wahrscheinlich in einer emotionalen, vielleicht auch emotional verletzlichen Phase geschrieben und bei diesen Songs muss man umso mehr mit Wertschätzung rangehen und mit Respekt und mit Liebe. Andersrum gibt es dann wieder Songs, wo du sagst, das sind Up-Tempo-Songs, die jetzt vielleicht eher so ein Fun Factor haben. Da kannst du dich noch viel freier bewegen und viel mehr selbst interpretieren. Ich habe aber zum Beispiel auch einen Song genommen, der emotional ist und habe ihn gesplittet. Dabei habe ich die erste Strophe und den ersten Refrain gelassen, wie er war, als Widmung des Künstlers an Person X. in seinem Leben – ich darf jetzt nicht zu viel verraten – und habe dann aber die zweite Strophe und die zweite Hook geändert und es dann als Widmung an eine Person in meinem Umfeld gemacht, die mir sehr wichtig ist. Ich habe dann also praktisch unsere beiden persönlichen Geschichten miteinander verbunden und das fand ich auch wirklich sehr schön und sehr emotional.“

Macht es ein Unterschied für dich, ob du ein Song eines Künstlers singst, der schon seit Jahrzehnten im Geschäft ist, oder ob es jemand ist, der noch unter dem Radar fliegt?

Giovanni Zarrella: „In der Herangehensweise an den Song ist es ungefähr dasselbe. Die Sache ist nur so, dass du natürlich, wenn du einen Song änderst, ich sag mal von Mark Forst, einen großen Pop-Radio-Hit, dann ist die Veränderung natürlich viel klarer für alle, weil es ein kommerziellerer Song ist, als wenn du einen Song veränderst, der jetzt vielleicht noch nicht so die große Aufmerksamkeit hatte. Das ist ja ganz klar. Aber ansonsten ist es dieselbe Herangehensweise. Ich bin bei jedem Song mit derselben Wertschätzung rangegangen, weil ich weiß, dass jeder der uns ein Werk zur Verfügung stellt, ein Stück auch seiner Seele hergibt.“



Viele Künstler haben in der Vergangenheit gesagt, es ist schwieriger, vor ein paar Kollegen zu singen, als vor Tausenden von Zuschauern. Ist das so?

Giovanni Zarrella: „Das ist ganz normal, dass das kleinere Umfeld schwerer ist. Mir ist es als Kind, aber auch als Erwachsener, nicht schwerer gefallen, aber es ist eine andere Intensität und ein anderer Fokus drauf wenn du vor einer kleinen Geburtstagsgesellschaft singst vor 78 Leuten, 10 Leuten als wenn du auf einer Bühne stehst vor 7000 bis 10000. Du fühlst dich, es hört sich verrückt an, obwohl da mehr Augen sind, du fühlst dich beobachteter und verletzlicher im kleineren Umfeld. Du bist halt einfach ein bisschen angreifbarer. Ich kann das schon nachvollziehen, was die Kollegen meinen.“

Das liegt an der intimeren Atmosphäre oder daran, dass es Kollegen sind? 

Giovanni Zarrella: „Bei mir hat es nichts damit zu tun, dass da jetzt Profis oder Kollegen einem gegenübersitzen, bei mir hat es immer damit zu tun, dass es intimer war. Intimität ist immer automatisch verletzlicher, als wenn es größer ist. Bei ‚Sing meinen Song‘ speziell ist es natürlich so, dass das noch mal ein ganz anderes Level ist. Du nimmst dir einen Song von einem Künstler oder eine Künstlerin und zeigst ihm, wie du ihn interpretieren würdest, aber trotzdem in der Hoffnung natürlich, dass du diesem Künstler ein Geschenk machst und er sich darüber freut. Die Sorge ist natürlich bei jedem von uns: ‚Oh Gott, was ist, wenn der Song nicht so gut ankommt?‘ Das ist ja ganz normal. Am Ende ist es ja auch eine Bewertung, die stattfindet.“



Ist es schwierig, sich einen Song zu eigen zu machen? 

Giovanni Zarrella: „Ich find es eigentlich nicht schwierig, sich einen Song zu eigen zu machen, weil, wenn ich was höre, ich für mich immer schon die Idee habe, wo ich den Song hinbringen möchte. Ob ich da was Italienisches sehe, ob ich da so ein Latin Vibe drunter sehe oder ob ich ihn vielleicht zu einer Ballade mache, wenn es ein schneller Song ist. Ich habe eigentlich immer sehr, sehr schnell schon eine Idee, wo ich den Song sehen würde oder sehen könnte. Das hatte ich aber immer schon. Das hatte ich schon bevor ich mit Musik bekannt wurde. Wenn ich einen Song gehört habe, damals von Michael Jackson, Phil Collins, Elton John oder so und habe ich gesagt: ‚Mensch, der Song wäre aber auch geil auf Italienisch und der wäre geil, wenn das ein Abtempo-Song wäre.‘ Ich hatte immer schon so eine Vorstellungskraft davon, wie man Songs auch anders machen könnte.“

Du bist ein sehr emotionaler Typ – du wirst sicher keine Probleme haben, diese Emotionen zu zeigen, oder? 

Giovanni Zarrella: „Ich habe noch nie Probleme gehabt Emotionen zu zeigen und ich find es auch wichtig, das zu tun. Man darf keine Angst haben, Emotionen zu zeigen.“



Ich vermute, du beschenkst lieber, als beschenkt zu werden, richtig? 

Giovanni Zarrella: „Ja, ich bin ein Mensch, der wirklich sehr, sehr, sehr, sehr glücklich ist, wenn die Menschen in meinem Umfeld glücklich sind. Das gehört für mich zu meinem Gesamtglück dazu. Das bedeutet in dem Fall auch, dass mir zum Beispiel mein Geburtstag nicht viel bedeutet. Ich bin glücklich, dass ich geboren bin und dass ich unglaubliche Eltern habe und in dieser Familie geboren bin. Aber meinen Geburtstag an sich, diesen einmal im Jahr zu feiern, da liegt mir jetzt nicht so viel dran, wie den Geburtstag meiner Frau oder meiner Kinder zu feiern. Die sind mir viel wichtiger. Da mach ich mir viel mehr Gedanken drüber als über meinen Eigenen. Ich bin ein Mensch, das habe ich sehr von meiner Mama, der sehr glücklich ist, wenn die Menschen um ihn herum glücklich sind. Dann geht es mir gut. Also ich hätte ein Problem, eigenes Glück zu verspüren, wenn bei mir alles toll laufen würde, aber Menschen in meinem Umfeld, die mir wichtig sind, keine gute Zeit haben. Das würde mir nicht gelingen.“

Neben den Songs wird es natürlich wieder Gespräche geben, in denen ihr eure Seele öffnet.  

Giovanni Zarrella: „Also es fällt mir nicht schwer, mich da ehrlich und offen zu präsentieren. Wer meine Konzerte kennt, der weiß, dass das, was zwischen meinen Songs passiert – ich sage jetzt nicht, dass es wichtiger als die Songs ist, aber es ist mindestens genauso wichtig – also, die Rampe, die ich zu einem Lied baue, die Anmoderation auf einen Song, die halte ich für genauso wichtig wie den Song selbst. Meine Lieder sind ja oft auf Italienisch und damit jemand sich in das Gefühl rein fühlen kann von dem, was jetzt gleich passiert, finde ich es wichtig zu erklären, warum ich diesen Song gewählt habe, warum ich ihn geschrieben habe und warum ich ihn interpretieren möchte. Das verbinde ich immer sehr, sehr stark mit persönlichen und privaten Geschichten und meist Geschichten, mit denen sich viele identifizieren können – aus deren Umfeld, aus deren Familie, Freunde, Freundeskreis, Unsicherheiten, Zweifel, Ängste. Und in der Sekunde, wo jemand sagt: ‚Wart mal kurz, da ist eine Parallele jetzt‘ spürt er und fühlt er den Song ganz anders, doppelt, dreifach, fünfmal intensiver, als wenn man ihn einfach nur singen würde. Darum wird es auch bei ‚Sing meinen Song‘ gehen, auf die Gesamtstimmung, aber auch welche Rampe baut man, um den Abend zu gestalten.“

 

Verwendete Quellen: RTL

Bild von Ina Fiethen-Drewes

Ina Fiethen-Drewes

Ina-Fiethen Drewes übernimmt bei Schlagerpuls.com den Bereich Unterhaltung. Ob Reality, Telenovela oder Quiz-Shows - sie berichtet über die ganze Bandbreite des deutschen Fernsehens.

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